Mindestens acht Tote bei Rekord-Kälte in den USA

212 Millionen von „Deep Freeze“ betroffen : Mindestens acht Tote bei Rekord-Kälte in den USA

Die arktische Kälte hält den Mittleren Westen der USA weiter fest im Griff. Acht Menschen haben ihr Leben verloren. Viele weitere mussten wegen Erfrierungen von Körperteilen behandelt werden.

Die extreme Kältewelle hat auch am Donnerstagmorgen große Teile des Mittleren Westens der USA im Griff gehabt. Hunderte Schulen, Betriebe und Behörden blieben in Wisconsin und Minnesota geschlossen. Wisconsin verzeichnete Temperaturen von minus 29 Grad Celsius und Minnesota gefühlte Temperaturen von minus 48 Grad. Mancherorts fiel der Strom aus und Züge und Flüge wurden gestrichen. Im weiteren Tagesverlauf sollte es etwas milder werden.

Ein achter Todesfall wurde der Kältewelle zugeschrieben. Ein Student sei auf dem Campus der University of Iowa aufgefunden worden, berichtete der Sender KCRG. Er wurde in ein Klinik gebracht, wo er starb. Behördenvertreter führten dessen Schicksal auf die lebensbedrohlich niedrigen Temperaturen zurück. Laut dem nationalen Wetterdienst lag die gefühlte Temperatur bei Minus 46 Grad Celsius, als die Campus-Polizei am Mittwoch gegen 3 Uhr morgens auf den 18-Jährigen stieß.

Dutzende Menschen mussten ins Krankenhaus. Hennepin Healthcare in Minneapolis hat nach eigenen Angaben seit Freitag 22 Patienten wegen Erfrierungen behandelt.

Die extreme Kälte soll laut Vorhersagen jedoch bald ein Ende finden: Für Donnerstagmorgen waren in Chicago zwar zunächst neue Tiefsttemperaturen vorhergesagt, die den Rekord von Minus 32 Grad Celsius vom 20. Januar 1985 brechen könnten. Im Umland wurden auch Temperaturen von Minus 40 Grad erwartet. Im Laufe des Tages sollen die Temperaturen jedoch in den einstelligen Minusbereich klettern.

Die Stadt Rockford in Illinois verzeichnete einen Kälterekord: Minus 34 Grad zeigte das Thermometer dort am Donnerstagmorgen, die tiefste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1905.

Probleme bei der Wasserversorgung dürfte es auch in den kommenden Tagen noch geben. In Detroit werden Arbeiter mehrere Tage brauchen, um Hauptwasserleitungen zu reparieren, die aufgrund der Kälte am Mittwoch geplatzt waren. Auch tieferliegende Leitungen froren ein, die die Winterkälte in der Regel nicht erreicht.

Die bittere Kälte war das Resultat einer Abspaltung von Luft vom Polarwirbel. Dieser kalte Wind weht normalerweise in der Arktis. Ein Teil der Luft hatte sich vom Wirbel abgespalten und gelange deutlich weiter in den Süden als üblich.

(felt/mja/AFP)
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