Terror gegen Novartis-Chef Vasella: Militante Tierschützer gestehen Brandanschlag

Terror gegen Novartis-Chef Vasella : Militante Tierschützer gestehen Brandanschlag

Militante Tierschützer bedrohen den Schweizer Daniel Vasella, Vorstandschef des Pharmakonzerns Novartis. Nachdem zu Anfang der Woche das Jagdhaus des Managers von Unbekannten in Brand gesteckt wurde, tauchte jetzt ein Bekennerschreiben auf. Die Autoren kündigen darin an, den Terror gegen Vasella gnadenlos fortzusetzen.

Es ist eine eindeutige Botschaft, die die militante Tierschutzorganisation MFAH (Militant Forces against Huntingdon Life Science) jetzt im Internet an den Manager Vasella richtete. "Das war wohl nicht deine Woche, was, Daniel? Merke dir eins: Wir werden so lange weiter machen, bis du alle Verbindungen zu Huntington Life Sciences gekappt hast." Dabei handelt es sich um ein britisches Unternehmen, das im Auftrag der Pharmaindustrie Tierversuche durchführt.

"Wir werden dein Privatleben wann immer auch möglich angreifen", lautet eine weitere Warnung in dem "Bite Back Magazine". Außerdem haben die Autoren detailliert beschrieben, wie sie Vasellas Jagdhütte in Tirol in der Nacht zum Montag anzündeten (wir berichteten). Dabei kam niemand zu Schaden. Die österreichische Polizei prüft derzeit die Authentizität des Schreibens. Ursprünglich stand die militante britische Tierschutzorganisation Stop Huntington Animal Cruelty (SHAC) in Verdacht, den Anschlag verursacht zu haben.

Unterdessen ließ Vasella über einen Novartis-Sprecher mitteilen, dass er das Anwesen in Österreich verkaufen werde. Bereits in der Vorwoche hatten es Unbekannte auf den Manager abgesehen: Nachts schändeten sie das Grab seiner Mutter in Chur. Die Urne der 2001 verstorbenen Frau wurde ausgegraben und entwendet. Hier gibt es jedoch eine konkrete Spur: Auf den Grabstein wurde die Parole "Drop HLS Now" gesprayt.

Bereits seit 2003 sind Novartis-Mitarbeiter immer wieder Opfer von Vandalismus und Diffarmierungen. Es soll auch schon Morddrohungen gegen den 56-jährigen Vasella und seine Frau gegeben haben.

SHAC selbst wies die Vorwürfe einer Verwicklung in den Anschlag am Mittwoch zurück. "Das ist nicht wahr", erklärte SHAC-Mitarbeiterin Debbie Vincent auf Anfrage. Die Schweizer Zeitung "Blick" schreibt jedoch unter Berufung auf das Kriminalamt in Tirol, dass die Spur zu den militanten Tierschützern führe.

Die Tier-Terroristen hatten mit ihrem brachialen Vorgehen bereits Erfolg: Der Schweizer Pharma-Konzern Roche stellte die Zusammenarbeit mit Huntington Life Sciences auf ihren Druck hin ein. Allerdings: Nach einer Meldung der eidgenössischen Nachrichtenagentur SDA gibt es bereits seit einiger Zeit keine Geschäftsbeziehungen mehr zwischen dem Tierversuchslabor und Novartis.

(RPO)