MH370 - Suche nach Wrack kann noch Wochen dauern

Boeing 777-200 wird seit Samstag vermisst: Experte: Suche nach Wrack kann noch Wochen dauern

Die Trümmer auf chinesischen Satellitenaufnahmen können nach Angaben der Behörden nicht dem vermissten Passagierflugzeug der Malaysia Airlines zugeordnet werden. Wie Medien berichten, ist es möglich, dass Flug MH370 nach dem Kontaktabbruch noch vier Stunden weiterflog. Experten gehen davon aus, dass die Suche noch Wochen dauern kann.

"Es stimmt, dass der Satellit gestartet wurde und etwas Rauch und mutmaßliche Metallteile etwa 37 Kilometer südöstlich von Ho-Chi-Minh-Stadt entdeckt hat", erklärte Li. "Aber nach genauerer Untersuchung können wir nicht bestätigen, dass sie zu dem vermissten Flugzeug gehören."

Zuvor hatte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, es gebe Satellitenbilder von Trümmern der seit Samstag vermissten Passagiermaschine. Eine Internetseite der chinesischen Regierung verfüge über die Aufnahmen vom Morgen des 9. März aus dem Seegebiet vor der Südspitze Vietnams. Sie zeigten "drei verdächtige schwimmende Objekte" unterschiedlicher Größe. Das größte Stück messe etwa 24 mal 22 Meter, hieß es weiter.

Der Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt geht davon aus, dass die Suche nach dem verschollenen Flugzeug in Südostasien noch Wochen dauert. "Das große Problem besteht darin, dass das vermisste Flugzeug mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über dem Meer abgestürzt ist. Das heißt: Es liegt unter Wasser. Dort breiten sich aber keine Radiowellen aus", sagte Großbongardt der Nachrichtenagentur dpa. "Erschwerend kommt hinzu: Die Trümmer, um die es geht, sind maximal zwei bis drei Meter groß, selten mehr."

Maschine noch vier Stunden weitergeflogen?

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, könnte die Maschine noch vier Stunden nach Abbruch des Funkkontakts weiter geflogen sein. Quelle des "WJS" sind zwei Luftfahrt- und Geheimdienstexperten. So könnten nach ihren Angaben die Triebwerke der Boeing 777-200 Angaben doch automatisch Daten funkten.

US-Antiterrorspezialisten überprüften die Möglichkeit, dass einer der Piloten oder ein anderer Insasse des Flugzeugs die Maschine an einen unbekannten Ort entführt haben könnte, hieß es im "Wall Street Journal" weiter. Zuvor seien möglicherweise die Transponder zur automatischen Sendung von Flugdaten abgeschaltet worden, um der Radarüberwachung zu entgehen. Die Ermittler verfolgten die Theorie, dass die Maschine umgeleitet worden sei, "um sie später für einen anderen Zweck zu nutzen".

  • Vermisstes Boeing 777 der Malaysian Airways : Behörden prüfen mysteriöses Radarsignal

MH370 und MH371 werden nicht vergeben

Malaysia Airlines ändert ab sofort die Kennung ihres Flugs aus der Hauptstadt Kuala Lumpur nach Peking. Die Verbindung habe ab dem 15. März die Nummer MH318, teilte die Airline am Donnerstag mit.

Aus Respekt vor den 239 Insassen verzichtet Malaysia Airlines zudem künftig auf die entsprechenden Flugnummern. Die Flugnummern MH370 und MH371, unter denen die Boeing 777 am vergangenen Samstag unterwegs war, würden ab sofort nicht mehr verwendet, teilte die Airline mit.

"Unsere Gedanken und Gebete bleiben bei den Familien unserer Kollegen und der Passagiere von MH370", erklärte die Fluggesellschaft. MH370 war die Flugnummer für die Strecke Kuala Lumpur-Peking, der Rückflug hätte unter der Nummer MH371 stattfinden sollen. Künftig würden für die Route die Flugnummern MH318 und MH319 verwendet.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie sieht die Angehörigen der 239 Menschen an Bord besonderen Belastungen ausgesetzt. "Leider muss man sagen, dass der unklare Ausgang viel belastender ist als die Gewissheit", sagte der Bochumer Psychologe und Psychotherapeut Jürgen Margraf der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord war auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Seither fehlte von ihr jede Spur - obwohl intensiv nach ihr gesucht wurde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rettungsmannschaften suchen nach verschollener Boeing

(ap/dpa/afp)
Mehr von RP ONLINE