Mexiko-Stadt: Männer in Mariachi-Kostümen erschießen mehrere Menschen

Bluttat in Mexiko-Stadt: Männer in Mariachi-Kostümen erschießen mehrere Menschen

Sie hatten sich als Mariachi-Musiker verkleidet, gaben Dutzende Schüsse ab und flohen auf Motorrädern: In Mexiko-Stadt haben Angreifer mehrere Menschen erschossen und verletzt. Das Motiv für die Bluttat ist unklar.

Mehrere Männer haben im Zentrum von Mexiko-Stadt fünf Menschen erschossen und acht weitere verletzt. Der Angriff auf dem Garibaldi-Platz in der Metropole ereignete sich am späten Freitagabend, wie die Polizei mitteilte. Die Männer waren als Mariachi-Musiker verkleidet. Der Platz ist bei Touristen und Einheimischen beliebt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starben drei Männer noch am Tatort, zwei Frauen erlagen demnach im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Den Ermittlern zufolge waren zwei der Opfer wegen Diebstahls vorbestraft.

Auf dem für seine traditionelle Mariachi-Musik bekannten Platz waren - auch wegen der Unabhängigkeitsfeierlichkeiten in Mexiko - zum Zeitpunkt des Überfalls zahlreiche Menschen unterwegs. Die fünf Angreifer eröffneten laut Polizei gegen 22 Uhr das Feuer. Sie schossen demnach mit „Kurz- und Langwaffen" auf die Menschen und konnten anschließend auf ihren Motorrädern flüchten. Am Tatort wurden etwa 60 Patronenhülsen gefunden. Der Platz und die an ihm liegenden Restaurants und Bars, die an Wochenenden voller Menschen sind, wurden geräumt.

Videobildern zufolge bekamen viele Menschen den Angriff offenbar gar nicht mit. Sie hielten sich weiter auf dem Platz auf und hörten Mariachi-Bands zu, die ihre Dienste dort auch für Partys oder Feierlichkeiten anbieten.

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Mexiko-Stadt blieb bisher im Vergleich zu anderen Städten in dem lateinamerikanischen Land weitgehend von solch brutalen Attacken verschont, die meist mit den Bandenkriegen von Drogenhändlern zusammenhängen. In letzter Zeit hatte es in der Hauptstadt aber vermehrt Schießereien und Morde gegeben, allerdings eher am Stadtrand oder in berüchtigten Vierteln.

In der Nähe des Garibaldi-Platzes liegt das Viertel Tepito, in dem eine Drogenbande aktiv ist, die als die mächtigste in Mexiko-Stadt gilt. Ihr mutmaßlicher Anführer wurde im August festgenommen. Die Bande soll auch mit dem berüchtigten Kartell Jalisco Nueva Generación zusammenarbeiten, das für zahllose Bluttaten im Land verantwortlich gemacht wird. In Mexiko sind durch Gewalttaten der organisierten Kriminalität seit Ende 2006 mindestens 200.000 Menschen getötet worden.

(wer/AFP/dpa)