Mexiko-Stadt: Bürgermeister ruft wegen sexueller Gewalt Alarmzustand aus

Nach Vergewaltigung durch Polizei : Mexiko-Stadt ruft wegen sexueller Gewalt Alarmzustand aus

Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt hat wegen zunehmender sexueller Gewalt den Alarmzustand ausgerufen. Auslöser der Proteste waren Vergewaltigungen, die von Polizisten begangen wurden.

Ihre Regierung werde mit aller Kraft Frauen, Mädchen und Jungen verteidigen, die Opfer sexueller Angriffe geworden sind, erklärte Claudia Sheinbaum in einer Videobotschaft am Donnerstag.

Noch in dieser Woche werde sie einen Gesetzentwurf im Stadtparlament einbringen, um ein Register von Sexualstraftätern zu erstellen, kündigte die Bürgermeisterin an. Auch eine DNA-Datenbank ist vorgesehen.

In Mexiko-Stadt hat es in den letzten Monaten starke Proteste feministischer Gruppen gegeben, die ein konsequenteres Vorgehen gegen geschlechtsspezifische Gewalt einklagen. Auslöser der Aktionen waren Vergewaltigungen, die von Polizisten begangen wurden. Die Demonstrantinnen forderten unter anderem den Schutzmechanismus des Alarmzustands einzuführen, der bereits in zahlreichen anderen Städten des Landes angewandt wird.

Nach Angaben von Sheinbaum ist die Zahl der Anzeigen im Zusammenhang mit sexueller Gewalt zwischen Oktober 2018 und demselben Monat 2019 um zehn Prozent gestiegen. Die Bürgermeisterin führt die Steigerung auch darauf zurück, dass im Mai 166 Anwältinnen und andere Kräfte eingestellte wurden, die Betroffenen zur Seite stehen. Informationen der Bundesregierung zufolge wurden in Mexiko in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 833 Frauen aufgrund ihres Geschlechts ermordet.

(lukra/epd)
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