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US-Künstlerin schreibt viralen Song: #MeToo hat jetzt eine eigene Hymne

US-Künstlerin schreibt viralen Song : #MeToo hat jetzt eine eigene Hymne

Kürzlich behauptete Donald Trump, dies sei eine beängstigende Zeit für junge Männer. Eine amerikanische Künstlerin hält mit einem Song dagegen – der wird nun millionenfach geteilt.

Nur wer den Song sehr oberflächlich hört, wird glauben, dass Lynzy Lab mit ihrem Präsidenten einer Meinung ist. „It's a very scary time for young men in America“, sagte Donald Trump neulich in einer Pressekonferenz. Dies sei eine beängstigende Zeit für junge Männer in Amerika. Damit spielte er auf die Ermittlungen wegen Vergewaltigung gegen Brett Kavanaugh an, kurz vor dessen Berufung in den Supreme Court. Trumps Sorge: Frauen beschuldigen Männer wegen sexuellem Missbrauch, obwohl es diesen nie gegeben hat.

In einem Song, den Lynzy Lab, Tänzerin, Musikerin und Malerin aus dem texanischen San Marcos, daraufhin schrieb, wiederholt sie im Refrain dessen Zitat: „But it sure is a scary time for boys.“ Doch das täuscht. Denn eigentlich geht es darum, für wen es ihrer Meinung nach wirklich beängstigende Zeiten seien: weiterhin für Frauen. Seitdem sie am Sonntag ein Video online gestellt hat, auf dem sie den Song mit Ukulele vorträgt, hat das auf Facebook und Twitter mehr als 40 Millionen Aufrufe eingesammelt. Die #MeToo-Bewegung hat nun ihre eigene Hymne.

In den Strophen zählt sie auf, was sie als Frau heutzutage alles noch nicht machen kann: spätabends zum Auto gehen, das Fenster öffnen, wenn sie alleine zuhause ist, ohne Begleitperson in eine Bar gehen, ehrlich über ihre Ängste reden, sich nach 35 Jahren über ihren Vergewaltiger äußern - eine Anspielung auf Kavanaugh.

Im Refrain singt sie dann ironisch: Aber klar, das ist eine beängstigende Zeit für Jungs. Das sei schon hart für einen Mann, wenn jederzeit eine Frau auspacken könne, die er vergewaltigt habe. Sie dürften nicht mal mehr Frauen wiederholt nach Nacktfotos fragen und sie dazu zwingen, Sex zu haben, wenn diese nicht in Stimmung sind. Am Ende der knapp zweieinhalb Minuten fordert Lab Frauen dazu auf, an den Wahlen zum Senat und Repräsentantenhaus am 6. November teilzunehmen.

Unter anderem die TV-Moderatorin Ellen DeGeneres und der Schauspieler Mark Ruffalo haben den Song auf Twitter geteilt. Dort sah sich Lynzy Lab am Mittwoch dazu gedrängt klarzustellen, dass sie nicht gegen Männer sei. „I am, however, super 'pro-women'. You should be too.“