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Mesale Tolu: Journalistin rechnet mit Verurteilung in der Türkei

Rückkehr nach Istanbul : Mesale Tolu rechnet mit Verurteilung in der Türkei

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu rechnet bei der Fortsetzung ihres Prozesses in der Türkei mit einer Verurteilung. Der Prozess geht am Dienstag weiter. Tolu will persönlich erscheinen.

"Ich werde immer wieder für meinen Freispruch kämpfen, aber ich weiß, dass sehr viel politisch entschieden wird", sagte sie am Dienstag im Inforadio vom rbb. "Ich denke, es wird auf eine Haftstrafe hinauslaufen im Endeffekt." Der Prozess geht am Dienstag weiter.

Die Journalistin wollte nach Istanbul reisen, um persönlich vor Gericht zu erscheinen. "Ich denke, dass die Chancen für die Aufhebung der Ausreisesperre für meinen Mann dadurch erhöht werden", sagte Tolu. Die Entscheidung dazu sei ihr nicht leicht gefallen. "Aber es ist natürlich sehr wichtig, dass mein Sohn auch seinen Vater wieder bei sich hat. Und deswegen muss ich zurückfahren.“

Tolu sagte, es sei jederzeit möglich, dass sie in der Türkei wieder festgenommen oder verurteilt werde. Das seien die Risiken, die sie eingehe.

Im August war der gebürtigen Neu-Ulmerin nach monatelangem Warten die Ausreise nach Deutschland erlaubt worden. Tolu durfte die Türkei mit ihrem Sohn verlassen, ihr ebenfalls angeklagter Mann unterliegt aber weiterhin einer Ausreisesperre.

Tolu ist in der Türkei als Unterstützerin der linksradikalen Partei MLKP angeklagt und saß zunächst in Untersuchungshaft. Später kam sie zwar frei, war aber mit einem Ausreiseverbot belegt. Insgesamt wurde sie dort rund 16 Monate festgehalten.

(mro/AFP)