Zwei Jahre nach dem Tsunami: Mehr als 80 Tote bei Überflutungen in Aceh

Zwei Jahre nach dem Tsunami: Mehr als 80 Tote bei Überflutungen in Aceh

Bali (RPO). Zwei Jahre nach der Tsunami-Katastrophe ist die indonesische Provinz Aceh erneut überflutet worden. Nach heftigen Regenfällen standen mehrere Dörfer in der Umgebung von Tamiyang unter Wasser. Mindestens 87 Menschen kamen ums Leben, Dutzende Bewohner gelten als vermisst und rund 110.000 Menschen mussten in Notunterkünften Zuflucht suchen.

Aceh war von der Flutwelle am Indischen Ozean vor zwei Jahren am schwersten betroffen. Der von einem Erdbeben vor der indonesischen Insel Sumatra ausgelöste Tsunami zerstörte am 26. Dezember 2004 zahllose Dörfer wie Touristenzentren rund um den Indischen Ozean. Mit Schweigeminuten, Tempelglocken und Gebeten hat die Welt am Dienstag der ingsesamt 230.000 Toten der Katastrophe gedacht.

Viele Menschen versammelten sich in Aceh am Ort von Massengräbern, in denen vor zwei Jahren zehntausende Opfer begraben wurden. "Ich kann die Ereignisse nicht vergessen", sagte ein Teilnehmer einer Gebetsversammlung, Zaldi Setiawan. "Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen." In Aceh kamen rund 167.000 Menschen im Tsunami ums Leben. Mehrere zehntausend Bewohner leben immer noch in Behelfsunterkünften.

Einige hundert Kilometer weiter östlich, auf der indonesischen Insel Bali, nahmen am Dienstag mehrere tausend Menschen an einer Tsunami-Katastrophenübung teil. Zum Heulen der Sirenen liefen sie vom Strand weg. Auch der indonesische Forschungsminister und einige ausländische Touristen beteiligten sich an der Übung. "Die größte Herausforderung besteht darin, mit den Menschen zusammenzuarbeiten, um ihnen die Gefahr bewusst zu machen", sagte der deutsche Geologe Harald Spahn, der den Aufbau eines Tsunami-Alarmnetzes unterstützt.

Zum stillen Gedenken an die Opfer der Kaastrophe versammelten sich am Dienstag etwa 300 Bewohner und Feriengäste im thailändischen Touristenort Khao Lak. Am Strand von Phuket Patong sangen 99 buddhistische Mönche Lieder zur Erinnerung an die Toten, Angehörige legten Blumen in den Sand. Unter den 8212 Tsunami-Opfern in Thailand waren auch viele Touristen aus Europa.

  • Fotos : Flutwelle tötet tausende Menschen - Tag 1

Auch in den Küstenregionen in Indien kamen viele Menschen zu Gedenkveranstaltungen mit Teilnehmern unterschiedlicher Religionszugehörigkeit teil. In Malaysia engagierten sich Umweltschützer an Aktionen zur Neubepflanzung von Mangrovenwäldern teil, die als natürliche Barriere wirken.

In Berlin dankte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul den Menschen in Deutschland, die 670 Millionen Euro für die Tsunami-Opfer spendeten. "Diese Mittel sind vor Ort angekommen und haben vielen tausenden Menschen ein neues Leben und eine neue Perspektive ermöglicht", versicherte sie. Nach einem Besuch in Aceh berichtete Wieczorek-Zeul von entscheidenden Fortschritten. Die Menschen dort hätten "eine wunderbare Leistung vollbracht, haben nach der Katastrophe wieder Mut und Hoffnung gefasst und beim Wiederaufbau entschlossen angepackt".

Die thailändische Zeitung "The Nation" zitierte einen Diplomaten mit den Worten, es werde befürchtet, dass bis zu 60 Prozent der 60 Millionen Baht (1,3 Millionen Euro), die an das Opfer-Identifikationszentrum gehen sollten, für Reisespesen und andere Kosten ausgegeben worden seien. Die Zeitung veröffentlichte ein entsprechendes Schreiben in ihrem Internet-Angebot. Unterzeichnet wurde es von den Botschaftern Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, der USA, Finnlands, Schwedens und der Niederlande.

(ap)
Mehr von RP ONLINE