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Mehr als 20 Festnahmen bei Protesten gegen die Regierung in Thailand

Demonstration in Thailand : Mehr als 20 Festnahmen bei Protesten gegen die Regierung

Die Proteste in Thailand halten weiter an. Die pro-demokratische Bewegung fordert ein Ende der Monarchie und den Rücktritt der Regierung.

Bei einer Demonstration gegen die Regierung von Thailands Ex-Armeechef Prayut Chan-O-Cha sind am Dienstag 21 Menschen festgenommen worden. Ihnen wird nach Polizeiangaben unter anderem Behinderung der Sicherheitskräfte und Unruhestiftung vorgeworfen. Wie bereits in den vergangenen Monaten gingen hunderte Menschen in Bangkok auf die Straße. Die pro-demokratische Protestbewegung fordert den Rücktritt der Regierung und eine offene Debatte über die Rolle der Monarchie in Thailand.

Die Demonstranten besetzten eine zentrale Kreuzung rund um das Demokratie-Denkmal in Bangkok. Einige bespritzten die Straße und die Polizei dabei mit blauer Farbe. Am Nachmittag räumte die Polizei die Straße, damit eine Wagenkolonne von König Maha Vajiralongkorn passieren konnte. Einige Demonstranten widersetzten sich dem nach Polizeiangaben und wurden festgenommen.

Dutzende Demonstranten streckten der vorbeifahrenden Wagenkolonne drei Finger entgegen – die Geste ist der Filmreihe "Die Tribute von Panem" entlehnt und ein Ausdruck des Protests pro-demokratischer Aktivisten. Nach den Festnahmen am Demokratie-Denkmal zogen etwa 300 Menschen zum Polizeipräsidium der Stadt, um die Freilassung der Aktivisten zu fordern.

Die teils von der Hongkonger Protestbewegung inspirierten Demonstranten fordern neben dem Rücktritt der Regierung auch die Abschaffung eines umstrittenen Gesetzes zum Schutz der Monarchie, das drakonische Strafen für Kritik am Königshaus vorsieht. Viele Demonstranten fordern zudem eine allgemeine öffentliche Debatte über die von der Armee unterstützte Monarchie.

Thailand blickt auf eine konfliktreiche Geschichte zurück, in der es in den vergangenen zwölf Jahren mehr als ein Dutzend Militärputsche gegeben hat. Der jüngste Militärputsch fand 2014 statt. Aus einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl ging dann im vergangenen Jahr Ex-Armeechef Prayut als Sieger hervor.

(june/AFP)