Mann beschimpft US-Latino als Illegalen – und überschüttet ihn dann mit Säure

Ermittlungen wegen Hassverbrechen : Mann beschimpft US-Latino als Illegalen – und überschüttet ihn dann mit Säure

Nach einer Säureattacke auf einen US-Bürger mit hispanischen Wurzeln in der Stadt Milwaukee ermittelt die Polizei zu einem möglichen Hassverbrechen.

Ein 61-jähriger weißer Mann sei unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden, teilten die Behörden am Montag (Ortszeit) mit. Das Opfer gab an, der Verdächtige habe ihn am vergangenen Freitag wegen seines Parkverhaltens zunächst beschimpft. Dann habe er ihm vorgeworfen, sich illegal in den USA aufzuhalten und ihn mit Batteriesäure bespritzt, gab das 42-Jährige mit Wurzeln in Peru an. Er erlitt Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht.

Milwaukees Bürgermeister Tom Barrett zeigte sich bestürzt über die Attacke. Er warf Präsident Donald Trump vor, Hass auf Minderheiten im Land zu schüren. „Auf jemandem herumzuhacken, weil er hispanischer Herkunft ist, ist schlicht falsch. Und wir wissen, was da vor sich geht“, sagte Barrett. „Weil der Präsident jeden Tag darüber spricht, meinen die Leute, einen Freifahrtsschein zu haben, auf hispanische Menschen loszugehen.“

Das Weiße Haus entgegnete, die Trump-Regierung habe „wiederholt Rassismus, Fanatismus und Gewalt verurteilt“. Regierungssprecher Judd Deere wies Barretts Vorwürfe zugleich zurück. Verantwortlich für die heimtückische Tat sei die Person, die sie verübt habe. Es sei widerlich, dass der Bürgermeister von Milwaukee aus politischem Kalkül lieber mit dem Finger auf den Präsidenten zeige statt die Gewalt in seiner Gemeinde anzugehen.

Ein Report der Organisation Anti-Defamation League von 2018 kam zum Schluss, dass extrem migrationsfeindliche Ansichten inzwischen Teil des politischen Mainstreams in den USA geworden seien. Ursache sei die harsche Rhetorik von rechtsextremen Gruppen und Politikern.

(lukra/dpa)