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Mallorca: Rekordsaison & Taxi-Notstand - auf Malle wird‘s eng​

Rekordsaison am Ballermann : Auf Malle wird‘s eng – volle Hotels, kaum freie Taxis

Mallorca startet mit Rekordbuchungen in den Sommer. Viele Hotels sind in den Ferien bereits ausgebucht. Sogar Touristik-Profis sind überrascht von der großen Reiselust Richtung Süden, die anscheinend auch durch den Ukraine-Krieg oder die Inflationssorgen nicht getrübt wird.

„Alle Flieger, die in die Sonne gehen, sind derzeit voll. Das habe ich so noch nie gesehen“, sagte ein Sprecher des Reiseriesen Tui bei der Taufe einer nagelneuen Boeing 737, die künftig den Namen „Mallorca“ am Rumpf trägt.

Dass es diesen Sommer, nach zwei Pandemie-Jahren, besonders eng auf der Mittelmeerinsel werden wird, ist schon auf dem Inselflughafen zu spüren. Die Ruhe, die in den letzten Monaten noch in den Gängen des Airports herrschte, ist endgültig vorbei. Im Ankunftsterminal sind wieder Hektik und Trubel eingezogen.

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Draußen, am Taxistand, bilden sich lange Schlangen. „Die Nachfrage nach Taxis vor dem Terminal ist so groß, dass sich nicht die Fahrer, sondern die Fahrgäste in Geduld üben müssen“, schreibt die Mallorca-Zeitung. Zu Stoßzeiten mussten Reisende in den letzten Tagen ein bis zwei Stunden am Taxistand ausharren, berichtet das Blatt Ultima Hora.

„Dramatischer Taximangel“, titelte das Mallorca Magazin. Vor allem die Inselhauptstadt Palma befindet sich im Taxi-Notstand. Die Nachfrage sei durch den alle Erwartungen sprengenden Touristenansturm größer als das Angebot, bestätigt ein Sprecher des örtlichen Taxi-Verbandes.

Am Flughafen bekommt man zwar, mit etwas Ausdauer, noch eine Taxe. Doch in der City Palmas ist dies schwierig geworden. Die Inselmedien sind voll mit Berichten wütender Reisender. Wer in der Taxi-Zentrale anrufe, hänge ewig in der Warteschleife, bevor jemand den Hörer abnehme, klagen viele. Allerdings können Taxis auch über die App Ntaxi reserviert werden.

Das spanische Fernsehen interviewte dieser Tage eine Urlauberin namens Maggie, die seit 40 Minuten auf Palmas Haupteinkaufsstraße Jaume III. stand und dort vergeblich versuchte, ein Taxi zu ergattern, um zum Flughafen zu gelangen. „Das ist ein großes Problem“, erzählte sie genervt, „denn ich muss meinen Flug bekommen.“

Die Taxi-Unternehmer sehen die Schuld vor allem bei Palmas Stadtregierung: Dort blockiere man die Ausstellung neuer Taxi-Lizenzen, von denen es bisher 1250 gibt. Die Prüfungen für die Fahrer-Anwärter seien so schwierig, dass bei einem der letzten Examenstermine im Frühjahr von 300 Kandidaten nur 51 bestanden.

Besonders groß ist die Taxi-Nachfrage, wenn Kreuzfahrtschiffe ankommen. Warum? Auf diesen Ozeanriesen reisen bis zu 6000 Passagiere. Viele von ihnen wollen mal schnell mit dem Taxi eine Rundfahrt machen, was für drei Stunden 120-150 Euro kostet, berichtet ein Insider. „Das ist ein gutes Geschäft, weswegen die Taxifahrer lieber Kreuzfahrer herumkutschieren, als in der Stadt auf Kundschaft zu warten.“

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Aber es fehlen nicht nur Taxis auf der Insel. Auch günstige Selbstfahrer-Mietwagen sind kaum zu bekommen. Wer für diesen Sommer noch kein Mietauto reserviert hat, muss tief in die Tasche greifen. Ein Kleinwagen im Juli oder August kostet derzeit im Schnitt rund 700 Euro pro Woche. Bei größeren Fahrzeugen kann schnell das Doppelte fällig werden.

Bei solchen gepfefferten Preisen kostet der Mietwagen unter Umständen mehr als Flug und Hotel zusammen. Die Mallorca-Vielreisende Biggi berichtet im sozialen Netzwerk Facebook: „Beim letzten Mal kostete das Auto 300 Euro. Jetzt sind es für das gleiche Modell 1200 Euro. Da hole ich mir dieses Jahr keins. Leider bin ich dadurch bei Ausflügen eingeschränkt.“

Als Alternative gibt es aber noch den öffentlichen Nahverkehr, der auf der Insel stetig ausgebaut wird. Mehrere Buslinien fahren inzwischen zum Flughafen. Uber und Cabify sind zwar noch nicht auf Mallorca vertreten. Aber es können andere private Fahrdienste per Internet gebucht werden. Diese Fahrdienste holen Reisende auch am Airport ab.

Mallorcas Hoteliers jubeln derweil über die sommerliche Buchungslawine, die sie nach zwei mageren Pandemie-Jahren nun endlich entschädigt. Doch der Urlauberboom könnte die Insel in dieser Hochsaison an ihre Grenzen bringen. Schon im Mai wurden mehr als 24.000 Passagierjets mit über drei Millionen Fluggästen auf dem Airport abgefertigt. In diesen Sommermonaten dürften es noch mehr werden.

„Es macht sich bereits das Gefühl von Überfüllung breit“, meldet das spanische Fernsehen. Dieses Gefühl dürfte sich nicht nur an den Taxiständen und Mietwagenschaltern bemerkbar machen. Sondern auch vor Restaurants, am Hotelbuffet oder bei Sehenswürdigkeiten – denn auch dort müssen sich Besucher auf Schlangestehen einstellen.

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