Wegen "antiislamischer Aktivitäten": Malediven schließen Wellness-Center

Wegen "antiislamischer Aktivitäten" : Malediven schließen Wellness-Center

Nach Massenprotesten gegen "antiislamische Aktivitäten" müssen hunderte Luxushotels auf den Malediven künftig ihre Wellness-Center schließen. Das teilte das Büro des Präsidenten am Freitag mit. Demnach sind von der Maßnahme auch Massagesalons betroffen.

In der vergangenen Woche hatten tausende Inselbewohner bei einer von der Opposition organisierten Protestkundgebung von der Regierung gefordert, "antiislamische Aktivitäten" einzustellen. Der sunnitische Islam ist die offizielle Religion auf den Malediven. Die Ausübung anderer Religionen ist verboten.

Die Demonstranten forderten auch ein Verkaufsverbot von Alkohol sowie die Schließung von Bordellen, die verdeckt als Massagesalons betrieben würden. Ein Dorn im Auge sind ihnen auch Statuen, die Nachbarländer den Malediven zuletzt auf einem Gipfeltreffen zum Geschenk gemacht hatten.

Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen auf den aus 1192 Inseln und Inselchen bestehenden Malediven. Das Land ist vor allem ein Ziel von Luxus- und Hochzeitsreisen. Im zu Ende gehenden Jahr wurden nach offiziellen Angaben rund 850.000 Touristen gezählt. Der Islam ist auf den Malediven Staatsreligion. Noch vor wenigen Tagen hatte Staatschef Mohammed Nasheed allerdings bei seinen rund 330.000 Landsleuten für eine tolerante Religionsauslegung geworben.

(APD)