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Malaysia Airlines MH370: "Ich kenne meinen Vater besser"

Malaysia Airlines MH370 : "Ich kenne meinen Vater besser"

Knapp drei Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden eines Flugzeugs über dem Indischen Ozean hat der Sohn des in Verdacht geratenen Piloten seinen Vater verteidigt. Auf Satellitenaufnahmen wurden indes neue Teile gesichtet, bei denen es sich um Trümmer handeln könnte.

"Ich habe alles online gelesen. Aber ich ignoriere alle diese Spekulationen. Ich kenne meinen Vater besser", sagte Seth Zaharie der Tageszeitung "New Straits Times".

"Wir mögen einander nicht so nah gewesen sein, weil er so viel unterwegs war", fügte der 26-jährige Sprachenstudent in seiner ersten öffentlichen Äußerung hinzu. "Aber ich kenne und verstehe ihn."

Flugkapitän Zaharie Ahmad Shah und sein Ko-Pilot Fariq Abdul Hamid stehen derzeit im Verdacht, womöglich in das mysteriöse Verschwinden der Maschine verwickelt gewesen zu sein. Das Flugzeug von Malaysia Airlines war am 8. März mit 239 Menschen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Die malaysische Regierung hat inzwischen erklärt, dass die Maschine ins Meer stürzte - allerdings weitab ihrer normalen Flugroute.

Anlass für den Verdacht gegen die Piloten ist unter anderem, dass die Kommunikationssysteme mit der Flugüberwachung den Ermittlungen zufolge von jemandem im Flugzeug bewusst abgeschaltet wurden. Die malaysischen Ermittler haben bereits die Wohnungen der beiden Männer durchsucht. In Zaharies Haus wurde ein selbstgebauter Flugsimulator gefunden.

Objekte im Ozean

Erneut sind auf Satellitenaufnahmen rund 300 Objekte im südlichen Indischen Ozean entdeckt worden, die zur verschollenen Passagiermaschine der Malaysia Airlines gehören könnten. Dies teilte Direktor der thailändischen Raumfahrttechnikbehörde, Anond Snidvongs, am Donnerstag mit. Die elf eingesetzten Flugzeuge mussten ihre Suche allerdings wegen schlechten Wetters abermals abbrechen. Fünf Schiffe hielten trotz schlechter Sicht weiter Ausschau.

Anond sagte, die Satelliten-Aufnahmen stammten vom Montag. Es habe zwei Tage gedauert, sie aufzuarbeiten. Am Mittwoch seien sie an die malaysischen Behörden weitergegeben worden. Die Objekte seien zwei bis 16 Meter lang. Sie befänden sich rund 2700 Kilometer südwestlich von Perth und damit rund 200 Kilometer von der Gegend entfernt, in der Satelliten am Sonntag 122 Objekte entdeckt hätten.

Es bleibe aber unklar, ob diese tatsächlich zu dem seit dem 8. März verschollenem Passagierflugzeug gehörten. Flug MH370 war mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden.

Vor Ort hatten Suchmannschaften auch schon vom Flugzeug aus unbekannte Gegenstände entdeckt und markiert. Geborgen wurde davon aber noch keines. Nach Auswertung von Satellitendaten hatte die malaysische Regierung am Montag erklärt, dass das Flugzeug im südlichen Indischen Ozean abgestürzt sei. Einige Angehörige und Experten wollen das aber erst glauben, wenn tatsächlich Trümmer des Flugzeugs identifiziert sind.

Airline veröffentlicht Kondolenzschreiben

Dann könnte auch die Suche nach der Black Box des Flugzeugs aufgenommen werden, mit deren Hilfe das Geheimnis gelüftet werden könnte, warum das Flugzeug so weit von seinem Kurs abgekommen sein könnte. Allerdings gibt die Black Box nur 30 Tage lang Signale, bevor die Batterien alle sind.

Der Sprecher der australischen Seesicherheitsbehörde AMSA, Sam Cardwell, sagte, acht Flugzeuge hätten die Suchgegend am Donnerstag erreicht und seien dort zwei Stunden gewesen - ohne etwas zu entdecken. Die Sicht sei sehr schlecht gewesen. Dann habe der Einsatz wegen tiefhängender Wolken, Regens und Sturms abgebrochen werden müssen. Das schlechte Wetter solle 24 Stunden anhalten.

Malaysia Airlines veröffentlichte am Donnerstag in der größten Zeitung des Landes ein Kondolenzschreiben für Angehörige der Opfer. "Worte können unseren enormen Kummer und Schmerz nicht ausdrücken", hieß es in der "New Straits Times."

Malaysische Beamte kamen mit dem chinesischen Botschafter für Malaysia, Huang Huikang, zusammen. Die Regierung Chinas werde gebeten, die aktuelle Situation den betroffenen Familien und der chinesischen Öffentlichkeit zu erklären, hieß es in einer Mitteilung.

(AFP/dpa)