Airbus-A380-Flotte: Lufthansa tauscht Triebwerk aus

Airbus-A380-Flotte: Lufthansa tauscht Triebwerk aus

Sydney (RPO). Weltweit müssen nach Aussage von Qantas-Konzernchef Alan Joyce bis zu 40 Triebwerke der Airbus-A380-Flotte ausgetauscht werden. Auch die Lufthansa muss ein Triebwerk ihrer A380-Flotte erneuern.

Von den insgesamt 16 Triebwerken ihrer inzwischen vier A380-Maschinen stamme nur eines aus einer älteren Baureihe, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Donnerstag. Nur bei dieser älteren Baureihe sei das Teil eingebaut, das wahrscheinlich zu dem Defekt geführt hatte, der eine Maschine der australischen Fluggesellschaft Qantas Anfang des Monats zu einer Notlandung zwang.

Das Triebwerk wird demnach während einer regulären Wartung auf dem Flughafen ausgetauscht. Zu Verzögerungen im Flugplan werde es nicht kommen, sagte der Sprecher. Schon in der vergangenen Woche hatte die Lufthansa ein Triebwerk an einem A380 ausgewechselt. Dies sei aber aus anderen Gründen geschehen, sagte der Sprecher. Ein Ölleck sei bei keinem der Lufthansa-Triebwerke gefunden worden. Sowohl Qantas als auch Singapore Airlines hatten solche Öllecks entdeckt.

Die Lufthansa habe ihre A380 später als Qantas oder Singapore Airlines erhalten, sagte der Unternehmenssprecher. Das erste Modell des größten Passagierflugzeugs der Welt sei erst im Mai an die Lufthansa ausgeliefert worden. In dieser Woche erst ist die vierte Maschine des Typs von der Lufthansa in Empfang genommen worden. Der vierte A380 sollte am Donnerstag zu seinem ersten Flug abheben.

Qantas: 40 neue Triebwerke

Qantas muss weltweit bis zu 40 Triebwerke erneuern. "Wir haben bereits drei ersetzt und es könnten mehr werden", teilte Joyce mit. Nach der Notlandung eines Qantas-Superjumbos dieses Typs Anfang November habe sein Unternehmen immer wieder in Kontakt mit dem Hersteller Airbus wegen der Triebwerke der Baureihe Trent 900 gestanden, sagte Qantas-Konzernchef Alan Joyce Berichten zufolge am Donnerstag zu Journalisten. Qantas-Sprecher Simon Rushton bestätigte der Nachrichtenagentur AP die Stellungnahme.

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Die Lufthansa und Singapore Airlines, die ebenfalls A380 mit Trent-900-Triebwerken haben, haben nach dem Zwischenfall eigene Überprüfungen an ihrer Flotte vorgenommen und seitdem fast alle Maschinen wieder den Flugbetrieb aufnehmen lassen.

Derzeit haben Qantas, Lufthansa und Singapore Airlines 20 Maschinen vom Typ A380 im Einsatz. Ein Flugzeug dieser Bauart verfügt über vier Triebwerke. Hergestellt werden diese von Rolls-Royce.

Andere Fluggesellschaften, wie Emirates und Air France, die ebenfalls den A380 in ihrer Flotte haben, nutzen Triebwerke des Herstellers Engine Alliance. Dieses ist ein Gemeinschaftsunternehmen der beiden Firmen GE Aircraft Engines und Pratt & Whitney.

Anfang des Monats hatte ein Airbus A380 von Qantas wegen eines Triebwerkschadens in Singapur notlanden müssen. Bei dem Triebwerksbrand hatten sich Triebwerksteile gelöst und die Tragflächen beschädigt. Rolls-Royce machte einen Ölbrand als Ursache für den Schaden an dem notgelandeten Superjumbo aus.

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(apd/RTR/AFP)
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