#LookUp: Mitbewerber entlarven Fotomontage bei Nikon-Contest

#Lookup : Wirbel um Fotomontage bei Nikon-Contest

Ein Fotowettbewerb des Kameraherstellers Nikon hat in den sozialen Medien einen großen Streit entfacht. Grund dafür war die mögliche Fälschung des Sieger-Bildes. Letztlich mussten sich sowohl der Fotograf als auch Nikon entschuldigen.

Das Foto "Look up" ("Schau hoch") vom singapurischen Fotografen Chay Yu Wei zeigt ein Flugzeug, das genau in dem Moment, in dem es über einer Feuerwehrleiter zu sehen war, fotografiert wurde. Auf den ersten Blick ein unglaublicher Schnappschuss. Auf den zweiten Blick ein ziemlich großer Zufall, der in den sozialen Medien angezweifelt wurde.

Wie BBC News berichtet, hatte Nikon Singapur Anfang Januar zum monatlich stattfindenden Amateur-Fotowettbewerb aufgerufen. Thema: Monochrome Fotografie. Zu gewinnen: Eine spezielle Profi-Fototasche. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass es Originalwerke sind. Die Bearbeitung von Bildern war aber nicht explizit verboten.

Am 28. Januar wurde der Fotograf zum Gewinner gekürt. Nikon postete das Siegerbild und beschrieb kurz die zufällige Entstehung des Fotos. Schon kurz darauf gab es die ersten zweifelnden Kommentare. Misstrauische Mitbewerber hatten das Foto in Bildbearbeitungsprogrammen genauer betrachtet, wo sie mit den Farb- und Kontrastwerten spielten.

Dabei wurde offenbar eine rechteckige, weiße Box um das Flugzeug sichtbar, die nahelegt, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Fotomontage handelt. Auch das Flugzeug selbst erscheine bei näherem Hinsehen pixelig.

Ein Nutzer brachte laut BBC schließlich das zum Ausdruck, was die Mitbewerber so verärgert: Es sei eine Sache ein Foto zu bearbeiten — das machen viele Fotografen und es sei nichts Schlimmes dabei. Aber darüber zu lügen, sei ein Fehler gewesen, denn die anderen Fotografen da draußen seien schließlich nicht dumm.

Der Ärger galt jedoch nicht nur dem Fotografen, sondern auch der Firma Nikon. Die offenbar fehlerhafte Einschätzung des Bilds sei ein Armutszeugnis, fanden die Nutzer laut BBC. Die Jury bei solchen Wettbewerben sollten selbst Fotografen sein. Nikon Singapur zeigte sich reumütig und entschuldigte sich ausdrücklich für den Fehler.

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Schließlich entschuldigt sich auch Chay ausführlich für seinen Fehler auf Instagram.

Doch das Thema war damit noch nicht beendet. Im Internet geht nichts verloren, und die Wahrheit kommt so viel schneller ans Licht. Dasselbe Motiv wurde bereits von einem anderen Fotografen vor einem Jahr auf Instagram gestellt. Und damit standen Fotograf und Nikon nun endgültig blamiert da.

(isw)
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