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Lima: Ein alter Streit gefährdet den Erfolg beim UN-Klimagipfel

UN-Klimagipfel : Ein alter Streit gefährdet den Erfolg in Lima

Das Aufbrechen alter Konflikte zwischen reichen und armen Ländern gefährdet einen Erfolg beim UN-Klimagipfel in Lima. Hart gerungen wurde am Mittwoch um ein vergleichbares Regelwerk für nationale Klimaschutzzusagen. Und die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks muss dem Klima Tribut zollen.

Die Entwicklungsländer fordern von den Industrieländern mehr Geld für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels und ehrgeizigere CO2-Minderungsziele. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erlitt einen leichten Schwächeanfall und musste Termine absagen. Um den Druck auf die 195 Staaten zu erhöhen, gingen in Lima tausende Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße.

Hendricks war am Montagabend in Lima eingetroffen und hatte am Dienstag gleich ein Mammutprogramm absolviert. Nach stundenlangen Gesprächen in stickigen Zelten und bei Temperaturen von fast 30 Grad brach sie ein Interview wegen einer Kreislaufschwäche ab. "Wir haben entschieden, dass sie heute (Mittwoch) noch keine Termine wahrnimmt", sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth. Ihre Rede zu den Delegierten im Konferenzplenum wurde auf Donnerstag verschoben.

Positive Nachrichten gab es beim Grünen Klimafonds, der in Lima sein Etappenziel von 10 Milliarden Dollar erreichte. Belgien sagte umgerechnet 51,7 Millionen Euro und Australien 134 Millionen Euro zu. Damit summierten sich die Einlagen auf 10,14 Milliarden Dollar, (8,2 Mrd. Euro), bilanzierte Klimafonds-Chefin Hela Cheikhrouhou.

Auch die Debatte über den Rohentwurf für ein Weltklimaabkommen 2015 in Paris kam offenbar voran. Die bisherige Textvorlage enthält aber viele vage Optionen, über die erst in Paris entschieden wird. Der Vertrag soll ab 2020 gelten. Umstritten ist, was die Staaten bis dahin zusätzlich zu ihren angekündigten Zielen tun. Die Emissionen liegen auf Rekordniveau.

100 Kinder überreichten den Chefverhandlern am Mittwoch eine Online-Petition mit der Forderung, bis 2050 auf 100 Prozent erneuerbare Energie umzuschwenken. Die Organisation Avaaz hatte 2,2 Millionen Unterschriften aus aller Welt gesammelt. Umweltverbände sorgen sich zunehmend, dass die Konferenz am Freitag mit lauen Vorgaben endet.

Die Klimadiplomatie bewege sich in die falsche Richtung, mit Trippelschritten sei die Klimaerwärmung nicht zu stoppen, warnte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Lima. "Die Staatengemeinschaft muss ein Klimaschutzabkommen beschließen, das mehr ist als ein Sammelsurium von Ankündigungen", forderte BUND-Chef Hubert Weiger.

(dpa)