Revolution in Italien? Sonnenbaden als Politikum

Rom · Die EU fordert, dass Lizenzen für die Strandbäder in Italien öffentlich ausgeschrieben werden. Bisher werden die Genehmigungen einfach weitervererbt. Besucherinnen und Besucher zahlen hier fürs Bräunen.

 In Italien zahlen Urlauber für viele Strandabschnitte Eintrittsgelder. Gebühren für Schirm und Liege kommen oftmals noch obendrauf.

In Italien zahlen Urlauber für viele Strandabschnitte Eintrittsgelder. Gebühren für Schirm und Liege kommen oftmals noch obendrauf.

Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Valletta/Bildagentur-online/Valletta

Man möchte meinen, Baden sei Baden, und Sonnenbaden sei Sonnenbaden. Nicht so in Italien. Dort sind die auf 7550 Kilometer Küste verteilten Strandbäder, die Stabilimenti Balneari, ein Politikum. Urlauber zahlen dort einen Preis dafür, sich bequem im zur Verfügung gestellten Liegestuhl unter einem gemieteten Sonnenschirm bräunen zu können. Wer will, kann sich zudem in einer zusätzlich gemieteten Kabine einnisten. Mittagessen, Eis und Espresso gibt es im Restaurant des Stabilimento. Schön und teuer, von 25 Euro pro Tag für Liege und Schirm geht es aufwärts. Die Alternative ist die Spiaggia Libera, wo jedermann seine mitgebrachten Liegestühle aufstellen kann. In Italien sind die Selbstversorger Minderheit. Man geht, wenn man es sich leisten kann, ins Stabilimento.