„Leaving Neverland“: So reagiert Michael Jacksons Familie auf Missbrauchs-Vorwürfe

Neue HBO-Dokumentation : So reagiert Michael Jacksons Familie auf Missbrauchs-Vorwürfe

Fast zehn Jahre nach dem Tod des „Kings of Pop“ schildert „Leaving Neverland“ die Vorwürfe zweier Männer, sie seien von Jackson als Kind missbraucht worden. Seine Familie reagiert heftig.

Die Familie Michael Jacksons hat empört auf einen Dokumentarfilm reagiert, in dem zwei Männer zu Wort kommen, die dem 2009 verstorbenen „King of Pop“ sexuellen Missbrauch vorwerfen. In dem vergangene Woche auf dem Sundance Festival vorgestellten Dokumentarfilm „Leaving Neverland“ schildern Wade Robson und James Safechuk ihre Vorwürfe, Jackson habe sie als Kind missbraucht.

Beide hatten in Jacksons Strafprozess wegen Kindesmissbrauchs, der 2005 mit Freispruch endete, in einem anderen Fall als Zeugen ausgesagt. Jacksons Familie verwies in ihrer am Montag veröffentlichen Erklärung auf diesen Freispruch und die von Robson und Safechuck - damals als Minderjährige - gemachten Aussagen, sie hätten zwar mit Jackson in einem Raum geschlafen, seien aber nie von ihm belästigt worden.

2013 reichten beide Klagen ein, in denen sie angaben, Stress und Trauma hätten sie gezwungen, der Wahrheit ins Auge zu sehen und sich einzugestehen, dass sie sexuell missbraucht worden seien. Die Klagen wurden aus verfahrenstechnischen Gründen abgewiesen, sind aber im Berufungsprozess.

Jacksons Familie bezeichnet die beiden wegen ihres Sinneswandels als „Meineidige“. Sie sei wütend darüber, dass einige Medien sich entschieden hätten, „dem Wort von zwei eingestandenen Lügnern mehr zu glauben, als dem von Hunderten von Familien und Freunden in aller Welt, die Zeit mit Michael verbrachten“. Sie könne diesem „öffentlichen Lynchen“ nicht einfach zusehen.

Der Film soll im Frühjahr beim US-Fernsehsender HBO und dem britischen Channel 4 gesendet werden. Sein Regisseur Dan Reed sagte, er habe keine Zweifel an der Darstellung der beiden Männer.

Die Nachrichtenagentur AP nennt Namen von Missbrauchsopfern nur dann, wenn sie selbst an die Öffentlichkeit gegangen sind. Robson und Safechuck haben das mehrmals getan.

(lukra/dpa)
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