Kreuzfahrtschiff vor Norwegen wird nach Hilferuf evakuiert - 1300 Passagiere an Bord

1300 Passagiere an Bord : Kreuzfahrtschiff vor Norwegen wird nach Hilferuf evakuiert

Ein Kreuzfahrtschiff mit rund 1300 Menschen an Bord ist während eines Sturms vor der norwegischen Küste in Seenot geraten. Die Passagiere der „Viking Sky“ wurden mit Hubschraubern evakuiert. Unweit der Unglücksstelle geriet anschließend ein zweites Schiff in Not.

Das Schiff habe Motorprobleme und müsse deshalb evakuiert werden, teilte die Polizei der norwegischen Provinz Møre og Romsdal am Samstagnachmittag auf Twitter mit. Bis 16.30 Uhr seien die ersten 100 Passagiere an Land gebracht worden, erklärte sie im Anschluss. Sie kamen zunächst in die Kommune Fræna, während in den nahe liegenden Städten Molde und Kristiansund nach Schlafmöglichkeiten für sie gesucht wurde. Von Schwerverletzten war nicht die Rede. Vermisst wurde niemand. Die Evakuierung dauerte in den späten Abendstunden noch an.

Der Rundfunksender NRK zeigte Aufnahmen der „Viking Sky“ in starkem Wellengang im gefährlichen Küstenabschnitt Hustadvika, in dem es zahlreiche kleine Inseln und Riffe gibt. Der südnorwegische Rettungsdienst erklärte, das Schiff habe wegen Antriebsproblemen bei widrigen Wetterbedingungen einen Notruf abgesetzt und treibe in Richtung Küste. Später sprach der Dienst von acht Leichtverletzten. In den sozialen Netzwerken kursieren diverse Videos, die zeigen, wie Passagiere auf dem stark schwankenden Schiff ausharren.

Es wurde davon ausgegangen, dass einer der beiden Motoren des Schiffs ausgefallen ist. Während mehrere Hubschrauber und Schiffe zur Evakuierung eingesetzt wurden, wurde zugleich versucht, den Motor wieder in Gang zu bringen. Beteiligt waren verschiedene Behörden und Organisationen, darunter das Rote Kreuz. Das Kreuzfahrtschiff lag vor Anker, Schlepper sollten es später in ruhigeres Gewässer bringen. Die „Viking Sky“ wurde 2017 getauft. Sie ist unter norwegischer Flagge unterwegs.

Zweites Schiff gerät in Seenot

Der Küstenabschnitt Hustadvika liegt bei Kristiansund an der zentralen Westküste Norwegens und gilt als gefährliches Seegebiet. Dort ist es in der Vergangenheit schon häufiger zu Schiffsunfällen gekommen. Nur wenige Stunden nach dem Unglück ereignete sich unweit der Unglücksstelle offenbar ein weiterer Vorfall.

Bei dem Frachtschiff „Hagland Captain“ sei am Samstagabend im Seegebiet Hustadvika ebenfalls der Motor ausgefallen, woraufhin es Schlagseite bekommen habe, teilte der südnorwegische Rettungsdienst mit. Das norwegische Fernsehen berichtete, der Frachter habe sich auf dem Weg zum Kreuzfahrtschiff „Viking Sky“ befunden, um bei dem dort laufenden Rettungseinsatz zu helfen. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden zwei Rettungshubschrauber umgeleitet, die sich auf dem Weg zur „Viking Sky“ befunden hatten. Die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes verzögere sich dadurch. Die Menschen an Bord seien aber sicher. Die Polizei teilte mit, die neun Besatzungsmitglieder der „Hagland Captain“ sollten von Bord geholt werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kreuzfahrtschiff „Viking Sky“ in Seenot

(mro/dpa)