El Salvador hatte Abtreibung verboten: Kranke Schwangere darf Kaiserschnitt vornehmen

El Salvador hatte Abtreibung verboten : Kranke Schwangere darf Kaiserschnitt vornehmen

Eine schwangere kranke Frau in El Salvador, der das Oberste Gericht die Abtreibung ihres behinderten Kindes verboten hatte, darf nach eigener Aussage einen Kaiserschnitt vornehmen.

Sie fühle sich "sehr gut", da die Ärzte kommende Woche einen Kaiserschnitt machen würden, sagte die 22-Jährige am Donnerstag per Telefon der Nachrichtenagentur AFP. "Ich will diesen Kaiserschnitt, zum einen für meine Gesundheit, zum anderen weil das Baby nicht leben wird", sagte die junge Frau mit schwacher Stimme von ihrem Krankenbett in San Salvador.

Die junge Frau leidet unter einer Autoimmunerkrankung. In der 13. Schwangerschaftswoche wurde bei ihrem Kind festgestellt, dass es kein Gehirn hat. Es ist daher sicher, dass es nach der Geburt stirbt. Aufgrund dieser Diagnose und ihrer Krankheit hatte sie bei der Justiz die Genehmigung beantragt, den Fötus abzutreiben. Am Mittwochabend entschied das Oberste Gericht jedoch, dass die Rechte der Mutter nicht über denen des Kindes stehen könnten. Die Richter erinnerten daran, dass die Verfassung von El Salvador Abtreibung verbietet.

Gesundheitsministerin Maria Isabel Rodriguez sagte am Donnerstag, ein Kaiserschnitt sei eine "vorgezogene Geburt" und damit kein Schwangerschaftsabbruch. Zuvor hatte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) El Salvador aufgefordert, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um das Leben der jungen Frau zu sichern. Wegen des Gesundheitszustands der Mutter gefährde die Schwangerschaft ihr Leben, erklärte das Gericht in San José. Der Fall sorgte auch in der Öffentlichkeit in El Salvador für erhebliches Aufsehen.

(AFP/felt)
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