Kommentar zu E-Scootern in Paris: Mobilitätsrevolution bleibt aus

Kommentar zu E-Rollern in Paris : Die Mobilitätsrevolution bleibt aus

E-Scooter sollen die Lösung für die vom Autoverkehr überlasteten Großstädte sein. Eine Studie in Frankreich dämpft allerdings die Hoffnung. Der Verkehrskollaps kann nur durch einen Maßnahmenmix verhindert werden, findet unser Autor.

Die Versprechen der Anbieter sind verlockend und die Hoffnungen der Politiker groß. Mit den E-Scootern sollte auf ziemlich einfache Art und Weise der Verkehr in den Städten deutlich entlastet werden – und ganz nebenbei für bessere Luft gesorgt werden. Die französische Studie belegt nun, dass dies nicht der Fall ist.

Nicht einmal zehn Prozent der Verkehrsteilnehmer steigen vom Auto auf eine Trottinette um. Für manchen Städteplaner dürfte diese Zahl eine große Enttäuschung sein. Der Spaß und die Bequemlichkeit stehen bei der Nutzung der flinken Gefährte eindeutig im Vordergrund. Es ist einfach hipp, mit einem solchen Roller durch die Straßen zu brausen und ist der Weg zu weit zur nächsten U-Bahn-Station, dann leiht man sich eben einen Roller.

Angesichts der Unfallzahlen und Beschwerden scheint es sogar, dass die Nachteile bisweilen den Nutzwert übersteigen. In den großen Städten in Frankreich werden immer neue und strengere Regeln aufgestellt, die zumindest die schlimmsten Auswüchse bei der Nutzung der E-Scooter eindämmen sollen. Die Mobilitätsrevolution bleibt also aus, der Verkehrskollaps in den Innenstädten muss auf andere Weise bekämpft werden. Die Trottinette sind dabei allenfalls ein Tropfen auf einem sehr heißen Stein.

Die Zukunft wird auch weiterhin in einem Mix aus mehreren Maßnahmen liegen. Das heißt: Ausbau des Nahverkehrs, bessere Radwege und auch mehr Beschränkungen für Autofahrer. Die Lösung der Probleme kommt also nicht leise sirrend daher, sondern präsentiert sich langwierig, mühsam und teuer.

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