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Lima: Klimakonfernez droht ohne Ergebnis zu enden

Lima : Klimakonfernez droht ohne Ergebnis zu enden

Sowohl zum offiziellen Konferenzende als auch in der Verlängerung gibt es bei der UN-Klimakonferenz in Lima keine Einigung. Gestritten wird vor allem über finanzielle Hilfen für Entwicklungsländer.

Die UN-Klimaverhandlungen in Lima sind nach Angaben von Teilnehmern in eine Sackgasse geraten. Industrieländer und vom Klimawandel direkt betroffene arme Länder kamen am Samstag an dem Punkt nicht weiter, an dem es um finanzielle Hilfen ging. Entwicklungsländer warfen den reichen Industrienationen vor, sich aus der Verantwortung für die Kosten der von ihnen verursachten Schäden zu stehlen zu wollen.

"Wir haben eine Blockade" sagte der chinesische Unterhändler Liu Zhenmin. China stellte sich in der Verlängerung nach dem eigentlichen Konferenzende am Freitag auf die Seite von Malaysia und anderen Entwicklungsländern. Der amerikanische Unterhändler Todd Stern sagte, er sei offen für andere Formulierungen im Entwurf. Er wies aber auch darauf hin, dass die Zeit knapp sei und die Welt ein Signal für das globale Klimaabkommen erwarte, das im kommenden Jahr in Paris geschlossen werden solle. "Unter uns keine Entscheidung zustande zu bringen wird als großer Misserfolg aufgefasst werden", sagte Stern.

Die Verhandlungen hatten vor zwei Wochen unter dem Eindruck von den USA und China verkündeter Emissionsziele mit verhaltenem Optimismus begonnen. Die entwickelten Länder wollen sich auf die Verringerung des Schadstoffausstoßes konzentrieren, während Entwicklungsländer Finanzhilfe bei Kosten fordern, die ihnen der Klimawandel bereits macht oder demnächst machen wird.

Sie beklagen, dass der Entwurf für Lima nicht mehr den Mechanismus von "Verlust und Schaden" erwähnte, der im vergangenen Jahr in Polen vereinbart worden war. "Wir brauchen ein dauerhaftes Arrangement, um den ärmsten (Ländern) der Welt zu helfen", sagte ein Unterhändler des Pazifikstaats Tuvalu, Ian Fry.

China und andere Hauptverursacher von CO2-Emissionen widersetzten sich Plänen für einen Überprüfungsprozess, der die diversen Zusagen vor Paris miteinander vergleichen sollte.

Die Delegierten aus mehr als 190 Ländern verhandelten in der Hauptstadt Lima bis in den Samstag hinein über ein Gerüst für für den Weltklimavertrag.

Um die globale Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssten die Emissionen nach Berechnungen des Weltklimarats weltweit um 40 bis 70 Prozent bis 2050 und auf nahe null bis Ende des Jahrhunderts gedrückt werden. Die nur langsam vorankommenden Verhandlungen hatten in den vergangenen zwei Monaten durch Zusagen der drei größten Klimasünder China, USA und Europäische Union neuen Schwung bekommen. China, die USA und die EU hatten angekündigt, ihre Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu begrenzen.

Indien, Japan, Russland und Australien zählen zu den großen Treibhausgas-Emittenten, die noch keine Zusagen für das neue Klimaabkommen gemacht haben. Mit derartigen Versprechen wollen Regierungen den Weg für einen bahnbrechenden Klimavertrag ebnen, den sie vor fünf Jahren in Kopenhagen nicht zustande gebracht hatten. Ziel ist es, Emissionen zu reduzieren, die vor allem durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe entstehen.

Der bisherige Vertrag über Treibhausgas-Emissionen, das Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997, galt nur für Industriestaaten. Heute nehmen diese Ausstöße aber vor allem in den Entwicklungsländern zu.

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(ap)