Kemerowo in Sibirien: Über 60 Tote bei Brand eines Einkaufszentrums

64 Tote bei Brand in Russland: Wachmann soll Feueralarm deaktiviert haben

Die Zahl der Toten bei dem Brand in einem sibirischen Einkaufszentrum ist auf 48 gestiegen. Dies teilte das Ministerium für Katastrophenschutz mit. Drei Personen wurden festgenommen.

Die Zahl der Toten bei dem Brand in einem russischen Einkaufszentrum ist auf 64 gestiegen. Ein Wachmann soll den Feueralarm deaktiviert haben. Das teilte das staatliche Ermittlungskomitee am Montag in der sibirischen Stadt Kemerowo mit.

Der Mann habe den Alarm ausgeschaltet, nachdem er ein Signal über Feuer im Gebäude erhalten hatte. Warum er das tat, war zunächst nicht bekannt.

Man habe bei den Rettungsarbeiten in der Stadt Kemerowo am Montag weitere Leichen gefunden. Es gebe bestätigte 64 Todesfälle, teilte der russische Notfall-Minister Wladimir Putschkow im Fernsehen mit. Feuerwehrleute hätten die Durchsuchung der vier Stockwerke des Zentrums in der Stadt Kemerowo abgeschlossen. Sechs Leichen seien noch nicht geborgen worden. Unter den Toten seien viele Kinder.

Fünf zunächst vermisste Kinder wurden nach stundenlanger Suche lebend aufgefunden - sie hatten sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht mehr im Gebäude aufgehalten, wie es hieß. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt.

Das Feuer war am Sonntagabend im vierten Stock des Einkaufszentrums in der Stadt Kemerowo ausgebrochen. Fernsehbilder zeigten dichten schwarzen und weißen Rauch über dem Gebäude.

Die Feuerwehr brachte den Brand am Montagmorgen unter Kontrolle, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Das Gebäude ist nach Angaben der Behörden einsturzgefährdet.

Direktor der Einkaufszentrums festgenommen

Nach dem Brand sind vier Menschen festgenommen worden. Die Ermittler leiteten eine Untersuchung wegen möglicher Fahrlässigkeit und Verstoßes gegen die Brandschutzsicherheit ein.

Das Einkaufszentrum war erst im Jahr 2013 eröffnet worden. Es beherbergte unter anderem ein Kino, einen Streichelzoo, ein Kinderzentrum und eine Bowlingbahn. Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Seinem Sprecher zufolge habe er noch am Sonntag angeordnet, Einsatzkräfte mit Spezialausrüstung aus Moskau nach Kemerowo zu schicken.

Kemerowo liegt in Westsibirien, rund 3000 Kilometer von der russischen Hauptstadt Moskau entfernt. Mehr als 500.000 Menschen leben in der Industriestadt im Kusbass, Russlands größtem Kohlerevier.

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(csr / gaa)