1. Panorama
  2. Ausland

Papst Franziskus feiert Ostern: "Keine Situation, die Gott nicht ändern könnte"

Papst Franziskus feiert Ostern : "Keine Situation, die Gott nicht ändern könnte"

Papst Franziskus hat sich in der Osternacht auch an die Menschen gewandt, die sich von Gott entfernt haben. Sie sollten "einen Schritt nach vorn" machen, und Gott werde sie empfangen, sagte der Papst in der Osternacht im Petersdom. Zum zweiten Mal überhaupt wurde gestern das Turiner Grabtuch live im TV gezeigt.

"Wenn Du unentschlossen bist, riskiere: Du wirst nicht enttäuscht sein", sagte Franziskus bei der Messe, bei der die Auferstehung Jesu von den Toten gefeiert wird, weiter. Der Papst appellierte an die Christen sowie alle anderen Menschen, nicht das Vertrauen zu verlieren. "Hab keine Angst, vertraue ihm, er ist Dir nah und wird Dir den Frieden geben, den Du suchst", sagte der 76-Jährige in erneut simplen und bescheidenen Worten. "Lasst uns niemals aufgeben: Es gibt keine Situation, die Gott nicht ändern könnte."

Begonnen hatte die Messe damit, dass das Osterlicht in den Dom gebracht wurde und diesen erhellte. Bei der Messe taufte der vor gut zwei Wochen gewählte Papst auch vier Erwachsene. Am Karfreitag hatte Franziskus gemeinsam mit tausenden Gläubigen den Kreuzweg gebetet. Im Zentrum der Gebete und Meditationen stand in diesem Jahr die Lage in der Region des Nahen und Mittleren Ostens.

Turiner Grabtuch

Das Turiner Grabtuch, in das nach katholischer Auffassung die Leiche des gekreuzigten Jesus Christus eingewickelt worden war, war am Samstag eine halbe Stunde lang auf dem italienischen Sender Rai Uno zu sehen. Auch im Internet wurde das Tuch per Livestream gezeigt. Es war erst das zweite Mal, dass das berühmte Grabtuch live im Fernsehen gezeigt wurde. Die erste Präsentation hatte im November 1973 für Aufsehen gesorgt. Als die Reliquie 2010 in der Kathedrale von Turin ausgestellt wurde, lockte sie zwei Millionen Besucher an.

Papst Franziskus sagte zu der erneuten Fernsehpräsentation in einer Video-Botschaft, der Abdruck des Gesichts in dem Grabtuch gleiche "den vielen Gesichtern von Männern und Frauen, verletzt von einem Leben, das ihre Würde missachtet, von Kriegen und von Gewalt, welche die Schwächsten trifft". Und doch vermittle "das Gesicht des Grabtuchs großen Frieden". Der Papst zitierte außerdem ein Gebet des heiligen Franz von Assisi, nach dem er sich nach seiner Wahl am 13. März benannt hatte.

Am Sonntag werden zehntausende Menschen zur großen Ostermesse auf dem Petersplatz erwartet. Neben dem berühmten Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") sendet der Papst bei dieser Gelegenheit traditionsgemäß auch Ostergrüße in zahlreichen Sprachen an die Gläubigen in aller Welt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Papst Franziskus feiert erste Osternacht

(AFP/csi)