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Kein Notruf, kein Eingreifen: Bahnfahrer sollen Vergewaltigung im Zug gefilmt haben

Kein Notruf, kein Eingreifen : Vergewaltigung in US-Zug wird vielfach gefilmt

40 Minuten lang soll die Vergewaltigung einer Frau in einem Zug in den USA gedauert haben. Eingegriffen oder die Polizei verständigt hat niemand der Zugfahrer. Stattdessen wurde die Tat vielfach gefilmt.

In einem Pendlerzug außerhalb von Philadelphia sollen Reisende die Vergewaltigung einer Frau gefilmt und nicht eingegriffen haben. Der Polizeichef der Bahnbehörde, Thomas Nestel, erklärte am Montag, ein Mann habe die Frau belästigt, sie angefasst und schließlich vergewaltigt. Die Tat habe mehr als 40 Minuten gedauert. In dieser Zeit sei kein einziger Notruf bei der Polizei eingegangen. Stattdessen hätten anscheinend mehrere Menschen die Tat mit ihren Handys aufgenommen.

Der Mann und die Frau waren am Mittwochabend an derselben Haltestelle in den Zug eingestiegen. An der Endhaltestelle wurde der 35-Jährige festgenommen, nachdem ein Notruf eines Bahnmitarbeiters eingegangen war. Die Beamten waren dann innerhalb von drei Minuten vor Ort. „Wir wollen, dass jeder wütend und empört ist und entschlossen ist, das System sicherer zu machen“, sagte Nestel in einer Pressekonferenz. Er äußerte sich nicht dazu, wie viele Menschen Zeugen der Tat wurden. „Ich kann Ihnen sagen, dass die Leute ihr Telefon in die Richtung der angegriffenen Frau hielten“, sagte er.

Die Bahngesellschaft gab eine Erklärung heraus, in der sie den Vorfall als schreckliche kriminelle Handlung bezeichnete und jeden, der Zeuge eines solchen Vorfalls wird, aufforderte, die Behörden zu benachrichtigen. Die Menschen könnten den Notruf wählen, einen Alarmknopf im Zug drücken oder die Sicherheits-App der Behörden benutzen. „Es waren noch andere Menschen im Zug, die Zeugen dieser schrecklichen Tat wurden, und sie hätte vielleicht früher gestoppt werden können, wenn ein Fahrgast den Notruf gewählt hätte“, erklärte die Behörde.

(dpa)