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Kanaren: Umstrittenes Flüchtlingslager abgerissen

„Lager der Schande“ : Umstrittenes Flüchtlingslager auf den Kanaren abgerissen

Das umstrittene Flüchtlingslager auf den Kanaren ist abgerissen worden. Menschenrechtler sprachen von verheerende Umstände in dem Lager,unter anderem gab es keine Duschen. Die 830 in Arguineguín untergebrachten Personen wurden in andere Einrichtungen gebracht.

Das als „Lager der Schande“ bekannt gewordene Migranten- und Flüchtlingslager auf den Kanarischen Inseln ist abgerissen worden. Alle 830 im Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria festgehaltenen Personen seien am Sonntagabend in andere Einrichtungen gebracht worden, bestätigte die Delegation der spanischen Regierung auf den Kanaren am Montag. Als letztes räumten demnach 27 Migranten das Lager, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und nun in Quarantäne sind.

Menschenrechtler beklagten verheerende Umstände in Arguineguín. Viele Migranten bekamen lediglich eine Decke zum Schlafen, Duschen gab es nicht. Potenzielle Asylbewerber hatten keinen Zugang zu rechtlicher Beratung und manche wurden dort länger untergebracht als die gesetzlich erlaubten drei Tage.

Die meisten der 14 000 Migranten und Flüchtlinge, die seit Ende August auf den Kanaren ankamen, verbrachten auch Zeit in Arguineguín. Im November waren es nahezu 2600 Menschen, die dort unter Beaufsichtigung der Polizei schliefen, aßen und getestet wurden.

Nun seien alle Migranten in behelfsmäßigen Militäreinrichtungen und in Hotels auf Gran Canaria und auf den anderen Inseln untergekommen, sagte der Delegierte der spanischen Regierung auf der Inselgruppe, Anselmo Pestana, am Montag. Aufs Festland hat die Regierung bislang nur wenige Menschen gelassen, darunter vor allem Frauen, Minderjährige und einige Asylsuchende.

In diesem Jahr sind bereits 20 000 Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben auf der spanischen Inselgruppe angekommen. Zum Vergleich waren es im gleichen Zeitraum 2019 1500. Mindestens 500 Menschen sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration bei der versuchten Überfahrt von Westafrika auf die Kanaren ums Leben gekommen.

(sed/dpa)