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"Man muss den Hass auf den Täter begraben": Kampusch gibt Cleveland-Opfern Tipps

"Man muss den Hass auf den Täter begraben" : Kampusch gibt Cleveland-Opfern Tipps

Das österreichische Entführungsopfer Natascha Kampusch hat sich zu den Taten in Cleveland zu Wort gemeldet. Um nach solchen Erlebnissen weiterzuleben, müsse man den Hass auf den Täter begraben.

Das sagte die 25-Jährige in einem am Donnerstag veröffentlichen CNN-Interview in Wien. "Man muss das Positive sehen und in die Zukunft schauen", sagte sie. Als sie die Nachricht von der Befreiung der drei entführten Frauen erhielt, habe sie sich sehr gefreut: "Sie sind sicher sehr stark."

Der mutmaßliche US-Kidnapper Ariel Castro soll in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio drei Frauen zehn Jahre lang in seiner Gewalt gehalten haben. Sie waren am 6. Mai befreit worden.

Ihre Geschichte und das Schicksal der Amerikanerinnen hätten viele Parallelen: Kampusch wurde von ihrem Entführer Wolfgang Priklopil als Zehnjährige entführt, misshandelt und acht Jahre in einem Kellerverlies gefangen gehalten worden. Im Herbst 2006 gelang ihr als inzwischen 18-Jährige die Flucht, der Täter brachte sich um.

Besonders in ihrer Heimat Österreich wird Kampusch wegen ihres offenen Umgangs mit ihrem Schicksal angefeindet. Den Frauen von Cleveland rät sie: "Kümmert euch nicht darum, was andere Leute sagen." Sie seien diejenigen, die es er- und überlebt hätten - und müssten den Rest ihres Lebens damit klarkommen.

(dpa/csr/jco)