Kalifornien: Ex-Soldat überfällt Veteranen-Heim

Vier Tote in Kalifornien: Ex-Soldat überfällt Veteranen-Heim

Blutiges Ende einer Geiselnahme in einem Heim für Veteranen in Kalifornien: Nach einem stundenlangen Nervenkrieg wurden drei Geiseln und der mutmaßliche Täter aufgefunden. Über die Hintergründe ist noch wenig bekannt.

Ein ehemaliger Soldat hat in einem Zentrum für Veteranen in Nordkalifornien drei Mitarbeiterinnen eines Behandlungsprogramms für posttraumatische Belastungsstörungen erschossen. Am Freitagabend (Ortszeit) wurden die Leichen von vier Personen gefunden, darunter der Schütze, der nach Angaben eines Angehörigen von einem der Opfer vor kurzem aus dem Programm geworfen worden war. Der 36-jährige Täter tötete zwei Führungskräfte und eine Psychologin des Nonprofit-Programms The Pathway Home. Ermittler haben sein Tatmotiv laut Polizei noch nicht ermittelt.

Ob der Schütze die Frauen willkürlich ausgesucht hatte, ließ sich daher noch nicht sagen, wie der Vizechef von Kaliforniens Autobahnpolizei, Chris Childs, sagte. US-Präsident Donald Trump twitterte am Samstag, man trauere "um den Verlust von drei unglaublichen Frauen, die sich um unsere Veteranen kümmerten". Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown ordnete an, dass die Flaggen zu Ehren der Opfer am Kapitolgebäude auf halbmast wehen. Die getöteten Frauen waren 48, 42 und 29 Jahre alt.

Der Schwiegervater von einem der Opfer sagte in einem Interview, seine Schwiegertochter habe den Schützen vor kurzem aus dem Programm ausgeschlossen. The Pathway Home befindet sich auf dem Campus des Veteranenzentrums in Yountville in der Weinregion Napa Valley, etwa 85 Kilometer nördlich von San Francisco. Dort werden rund 1000 ältere und behinderte Veteranen behandelt. Nach Angaben des Ministeriums für Veteranenangelegenheiten ist es das größte Heim für Veteranen in den USA.

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Der Schütze hatte sich am Freitagmorgen (Ortszeit) in eine Abschiedsparty für mehrere Mitarbeiter von The Pathway Home geschlichen. Der Mann einer Augenzeugin sagte der Nachrichtenagentur AP, dass sie ihm per Telefon gesagt habe, dass der Bewaffnete den Raum ruhig betreten habe. Einige habe er gehen lassen, jedoch andere als Geiseln genommen.

Ein Hilfssheriff lieferte sich gegen 10.30 Uhr einen Schusswechsel mit dem Geiselnehmer, doch anschließend wurde laut Behörden weder von dem Exsoldaten noch seinen Geiseln etwas gehört, obwohl man den ganzen Tag lang versucht habe, ihn zu kontaktieren. Die vier Leichen wurden gegen 18.00 Uhr Ortszeit gefunden. Die Behörden hatten das Gebäude etwa acht Stunden lang belagert, es aber nicht betreten. Das Mietauto des Täters wurde später in der Nähe gefunden.

Der Schütze wurde während seiner Zeit beim Militär vier Mal ausgezeichnet, unter anderem für seinen Einsatz in Afghanistan. Insgesamt diente er drei Jahre in der Infanterie und beendete seinen Dienst im August 2013.

(csi/ap)