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Kabul: Mindestens 25 Tote nach Geiselnahme in Sikh-Tempel

Sikh-Tempel in Kabul : Selbstmordattentäter nehmen Geiseln - mindestens 25 Tote

Am Mittwochmorgen stürmten Angreifer einen Sikh-Tempel in Kabul. Die Selbstmordattentäter nahmen mindestens 150 Menschen als Geiseln, 25 Menschen sollen bisher ums Leben gekommen sein. Der IS bekannte sich zu dem Anschlag.

Bei einem Angriff auf einen Sikh-Tempel im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben von Rettungsdiensten und Medizinern war unter den Toten ein Kind.

Der Einzeltäter sei von Sicherheitskräften getötet worden, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Innenministeriums. Bei dem Angriff haben mehrere Täter im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul einen Tempel der Sikh-Religion gestürmt und mindestens 150 Menschen in ihre Gewalt gebracht. „Die Angreifer haben etwa 150 bis 200 Menschen als Geiseln genommen, darunter auch Frauen und Kinder. Die Gottesdienstbesucher gehen normalerweise früh am Morgen in den Tempel“, sagte ein Vertreter der Sikh- und Hindugemeinschaft im afghanischen Parlament der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Eine weiterere Politikerin bestätigte die Zahl der Geiseln.

„Selbstmordattentäter sind heute Morgen um 07.45 Uhr in den Sikh-Tempel in der Shorbazar-Straße im Polizeibezirk Eins der Stadt Kabul eingedrungen“, hieß es aus dem Innenministerium. Kurz darauf seien Sicherheitskräfte am Ort des Geschehens eingetroffen.

„Der erste Stock des Tempels ist geräumt worden. Eine Reihe von Menschen wurde gerettet. Die Spezialeinheiten sind besonders vorsichtig, da es sich um einen zivilen Bereich handelt. Das Gebiet wurde abgeriegelt“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

„Bislang haben wir keine Nachrichten aus dem Inneren. Ich kenne keine Einzelheiten, vor allem nicht die Zahl der Angreifer. Leider leben auch Familien in der Nähe des Gotteshauses“, sagte Anarkali Honaryar, Sikh-Politikerin und Mitglied des afghanischen Parlaments.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat bekannte sich über ihr Sprachrohr Amak zu dem Angriff, wie die auf Mitteilungen von Terroristen spezialisierte Gruppe Site mitteilte. Der Sprecher der militant-islamistischen Taliban, Sabihullah Mudschahid, versicherte auf Twitter, seine Gruppe sei nicht in den Angriff verwickelt.

Im Jahr 2018 kamen bei einem Selbstmordanschlag durch die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in der östlichen Provinz Nangarhar mindestens 19 Menschen ums Leben, darunter mehrheitlich Mitglieder der Sikh-Gemeinschaft. Viele Anhänger des Sikhismus verließen daraufhin das Land. Heute leben nach Angaben von Sikh-Politikern nur noch etwa 1000 Sikhs in Afghanistan.

(ala/dpa)