ARD-Journalist in Syrien angeschossen: Jörg Armbruster wurde zweites Mal operiert

ARD-Journalist in Syrien angeschossen : Jörg Armbruster wurde zweites Mal operiert

Der in Syrien angeschossene langjährige ARD-Fernsehkorrespondent für die arabische Welt, Jörg Armbruster, ist in einem türkischen Krankenhaus ein zweites Mal operiert worden.

Er sei schwer verletzt, sein Zustand sei jedoch stabil, sagte SWR-Sprecher Wolfgang Utz der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Gemeinsam mit dem SWR-Hörfunkreporter Martin Durm könne Armbruster voraussichtlich am Montag nach Deutschland ausgeflogen werden.

Die beiden Journalisten hatten sich laut SWR seit Anfang der Woche im Gebiet der Freien Syrischen Armee aufgehalten, um eine Reportage über die Rebellen zu drehen. Der 65-jährige Armbruster war im nordsyrischen Aleppo angeschossen und am Samstag nach einer Notoperation mit einem Krankenwagen an die türkische Grenze gebracht worden.

Regierungssprecher Steffen Seibert äußerte sich bestürzt über den Vorfall. "Schrecklich zu hören, dass ARD-Reporter Jörg Armbruster in Syrien schwer verwundet wurde. Ich hoffe, er kann bald wieder ganz gesund werden", schrieb Seibert auf Twitter.

Der in Tübingen geborene Armbruster hatte im Januar die Leitung des Studios in Kairo abgegeben, von wo aus er mehrere Jahre lang für die ARD und den SWR über die arabische Welt berichtet hatte. Dabei erlebte er die Umwälzungen im Zuge des Arabischen Frühlings mit und berichtete aus Kairo etwa live über den Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak am 11. Januar 2011.

Seit seinem Abschied aus Kairo ist Armbruster offiziell im Ruhestand, beteiligt sich aber weiter an Projekten im Bereich Auslandsberichterstattung. Die Ergebnisse seiner Dreharbeiten in Syrien sollten in eine geplante große ARD-Dokumentation "Zwischen Krieg und Frieden - Der neue Nahe Osten" einfließen, die nach der bisherigen Planung am 10. Juni gesendet werden soll.

Kopfgeld auf Journalisten ausgesetzt

Die Lage für Journalisten in Syrien wird immer gefährlicher. Ein Sympathisant von Präsident Baschar al-Assad hat ein Kopfgeld auf arabische Journalisten ausgelobt. Der in Kuwait lebender Geschäftsmann kündigte im syrischen Staatsfernsehen an, dass jeder, der in Syrien einen Reporter der Sender Al-Dschasira oder Al-Arabija festnehme, eine Belohnung von umgerechnet etwa 100.000 Euro erhalte. Der Unternehmer warf den Korrespondenten "Hetze" und damit eine Mitverantwortung an dem Blutvergießen vor.

(dpa/csi/jco)
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