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Jemen - Huthi-Rebellen entführen sunnitische Politiker

Konflikt im Jemen : Huthi-Rebellen entführen sunnitische Politiker

Die schiitischen Huthi-Rebellen sind trotz der Luftangriffe der internationalen Militärallianz weiter auf dem Vormarsch. Offenbar ist es ihnen jetzt sogar gelungen, 120 Mitglieder einer verfeindeten Partei gefangen zu nehmen. Im Süden des Landes toben unterdessen weiter heftige Kämpfe.

Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben offenbar mehr als 120 Mitglieder der mit ihnen verfeindeten Islah-Partei gefangen genommen. Auch die beiden ranghohen Politiker Mohammed Kahtan und Hassan al-Jaeri seien unter den Entführten, erklärte die sunnitische Islah-Partei am Sonntag.

Die Partei ist der jemenitische Ableger der Muslimbruderschaft und hat traditionell eine wichtige Rolle in der Politik des Landes. Sie stellte sich hinter die Luftangriffe des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses gegen die Huthis. Diese wurde am Sonntag den elften Tag in Folge fortgesetzt, trotz russischer Forderungen nach einer Waffenruhe im UN-Sicherheitsrat.

Am Sonntag kamen in der umkämpften Stadt Dhale nördlich von Aden mindestens fünf Zivilisten durch die Luftangriffe ums Leben, wie Ärzte vor Ort berichteten. Saudi-Arabien warf den Huthis vor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Militärsprecher Ahmed Asiri erklärte am Sonntag, die Kampfflugzeuge des Bündnisses hätten in den 24 Stunden zuvor mehrere Waffen- und Warenkonvois beschossen, die nach Aden unterwegs waren.

Die strategisch wichtige Hafenstadt im Süden des Landes ist seit mehr als einer Woche schwer umkämpft. Dort drangen die Rebellen am Sonntag weiter in Richtung des Stadtviertels vor, in dem auch der Präsidentenpalast und mehrere Fernsehsender stehen, wie örtliche Aktivisten berichten. Milizen, die dem geflüchteten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi treu ergeben sind, leisten ihnen erbitterten Widerstand. Mindestens sechs Milizionäre seien dabei getötet worden, hieß es.

(ap)