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Jemen: Fünf Tote bei Luftangriff auf ein Huthi-Waffendepot nahe Sanaa

Jemen : Fünf Menschen sterben bei Luftangriffen nahe Sanaa

Bei Luftangriffen der arabischen Militärkoalition nahe der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind am Montag mindestens fünf Menschen getötet worden. Die Kampfjets bombardierten ein von den Huthi-Rebellen kontrolliertes Waffen- und Munitionsdepot auf dem Hügel Nogom am östlichen Rand der Stadt.

Die berichteten Augenzeugen. Im Südwesten Saudi-Arabiens wurden zwei Menschen durch Raketenbeschuss aus dem Jemen getötet. Die Huthi-Rebellen meldeten den Abschuss eines marokkanischen Kampfjets.

Nach Angaben von Rettungskräften wurden bei den Angriffen auf das Waffendepot mindestens 20 Menschen verletzt. Die Attacke führte zu mehreren Explosionen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Über dem Depot stiegen Rauchsäulen auf.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz hatte eine fünftägige humanitäre Waffenruhe ab Dienstagabend angekündigt. Davor verstärkte sie ihre Ende März begonnenen Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der Rebellen und der mit ihnen verbündeten Militäreinheiten des ehemaligen jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh. Das Politbüro der Huthi-Rebellen und die mit ihnen verbündeten Militäreinheiten wollen sich an der Waffenruhe beteiligen. Die Feuerpause soll es ermöglichen, die notleidende Bevölkerung mit Hilfsgütern zu versorgen.

Am Montag schossen die Rebellen nach eigenen Angaben einen Kampfjet der Militärkoalition ab. Der Fernsehsender der Rebellen zeigte Bilder von jubelnden Huthis neben einem Flugzeugwrack mit marokkanischer Kennung auf einem Flügel. Kurz zuvor hatte das zur arabischen Militärkoalition gehörende Marokko einen seiner Kampfjets als vermisst gemeldet. Nach Angaben der saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA befand sich ein Pilot an Bord der Maschine.

Auch die Grenzregion rund um die Stadt Nadschran im Südwesten Saudi-Arabiens geriet am Montag erneut unter Beschuss. Ein Pakistaner wurde getötet, als Raketen eine Schule und ein Wohngebiet in Nadschran trafen, wie SPA unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. In der angrenzenden Provinz Dschasan wurde nach Angaben der Behörden ein saudiarabischer Einwohner getötet. Seit Beginn des Konflikts kamen damit auf saudiarabischem Gebiet zwölf Menschen durch Beschuss aus dem Jemen ums Leben.

Die von Riad angeführte Militärkoalition fliegt seit sechs Wochen Luftangriffe im Jemen. Die Allianz will den weiteren Vormarsch der Huthis stoppen und dem nach Saudi-Arabien geflohenen Exilpräsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi zurück an die Macht verhelfen. Die Angriffe richteten große Zerstörungen im Jemen an und führten zu einer humanitären Krise.

(AFP)