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Flaute in den Betten: Japaner sind sexuell frustriert

Flaute in den Betten : Japaner sind sexuell frustriert

Tokio (RPO). Die Bevölkerung Japans ist offenbar sexmüde. Nach den Ergebnissen einer neuen Umfrage hatten 39,7 Prozent der Befragten mehr als einen Monat lang keinen Sex mehr. Die Lage sei düster, heißt es von Seiten offizieller Stellen. Als Gründe werden Stress und verkümmerte Kommunikationsfähigkeiten durch Internet-Konsum vermutet.

Mit 39,7 Prozent der Befragten lag die Zahl der sexmüden Menschen noch um fünf Prozentpunkte höher als in einer ähnlichen Umfrage vor zwei Jahren. Und selbst unter Verheirateten lag die Rate nur geringfügig niedriger, nämlich bei 34,6 Prozent.

"Das sind sehr schlechte Nachrichten für die Geburtenrate des Landes", erklärte der Direktor der Japanischen Vereinigung für Familienplanung, Kunio Kitamura, zu der Studie. Die Vereinigung hatte im November rund 2.700 Fragebögen an zufällig ausgewählte Personen ausgegeben. 636 Männer und 773 Frauen antworteten.

"Meine Forschung zeigt, dass, wer einen Monat lang keinen Sex hatte, vermutlich auch ein Jahr lang keinen hat", fasste Kitamura die Ergebnisse zusammen. Er machte dafür einerseits Stress im Arbeitsleben verantwortlich, andererseits seien in der vom Internet geprägten Gesellschaft physische Kommunikationsfähigkeiten verloren gegangen.

In einer Studie der Universität von Chicago zur sexuellen Zufriedenheit in 29 Ländern im vergangenen Jahr kam Japan auf den letzten Platz. 2005 landete Japan in einer Umfrage des Kondomherstellers Durex unter 41 Ländern ebenfalls auf dem letzten Platz: Demnach haben die Menschen dort 45 Mal im Jahr Sex, im weltweiten Durchschnitt sind es der Umfrage zufolge 103 Mal. Die Geburtenrate fiel 2005 auf ein Rekordtief von durchschnittlich 1,26 Kinder pro Frau.

(ap)