Nutzerkonto von Michael Flynn Twitter gibt am Jahrestag des Kapitolsturms Verschwörer-Konto frei

Providence · Der Kurznachrichtendienst Twitter hat genau zwei Jahre nach dem Sturm des US-Kapitols das Nutzerkonto von Michael Flynn wieder freigegeben. Es war wegen zahlreicher Falschbehauptungen gesperrt worden.

Das Twitterkonto von Michael Flynn wurde zum Jahrestag des Sturms auf das US-Kapitol wieder freigegeben. (Archiv)

Das Twitterkonto von Michael Flynn wurde zum Jahrestag des Sturms auf das US-Kapitol wieder freigegeben. (Archiv)

Foto: AP/Mike Lang

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat das Nutzerkonto des früheren nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn wieder freigegeben. Flynn bedankte sich am Freitagnachmittag (Ortszeit) bei Twitter-Eigentümer Elon Musk, nachdem sein Konto wieder aktiviert worden war. Weder Musk noch Twitter reagierten auf Anfragen der Nachrichtenagentur AP zu den Gründen und zum Zeitpunkt der Freigabe des Flynn-Kontos.

Diese erfolgte genau zwei Jahre nach dem Sturm von Anhängern des damaligen Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington. Flynn hatte zahlreiche Falschbehauptungen über die Abwahl Trumps verbreitet und unter anderem vorgeschlagen, Trump solle Wahlmaschinen beschlagnahmen lassen und in einigen US-Staaten das Militär einsetzen, um die Wahl zu wiederholen. Zwei Tage nach dem Sturm auf das Kapitol sperrte Twitter sein Nutzerkonto, das damals mehr als eine Million Follower hatte, wegen „koordinierter schädlicher Aktivitäten“.

Musk hat nach der Übernahme von Twitter angekündigt, die Richtlinien für die Twitternutzung zu lockern. Am Donnerstag beschwerte sich Flynn in einem Podcast, dass sein Konto immer noch gesperrt sei. Nach der Freigabe feierten Flynns Anhänger diesen Schritt.

Flynn war Trumps erster nationaler Sicherheitsberater, musste aber nach nicht einmal vier Wochen im Amt zurücktreten, weil er das FBI über Gespräche mit dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, in der Zeit zwischen Trumps Wahlsieg 2016 und dessen Amtsantritt im Januar 2017 belogen hatte. Anlass waren von der Vorgängerregierung von Präsident Barack Obama verhängte Sanktionen wegen russischer Wahleinmischung. Später zog Flynn sein Schuldeingeständnis zurück. Trump begnadigte ihn, bevor die juristischen Verfahren beendet waren.

(aku/dpa)
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