Beweisaufnahme endet heute: Jackson-Lager nach umstrittenem Dokumentarfilm in Panik

Beweisaufnahme endet heute : Jackson-Lager nach umstrittenem Dokumentarfilm in Panik

Santa Maria (rpo). Im Missbrauchsprozess gegen US-Popstar Michael Jackson hat die Staatsanwaltschaft die Reaktionen von Jacksons Mitarbeitern auf die Ausstrahlung eines umstrittenen Dokumentarfilms als völlig panisch dargestellt.

Vor dem Gericht im kalifornischen Santa Maria präsentierte sie eine Liste der Telefonate unmittelbar nach Veröffentlichung des Films im Februar 2003, in dem Jackson über seine Freundschaft mit seinem inzwischen 15 Jahre alter Ankläger berichtete. Darin werden allein für den 12. Februar 2003 38 Anrufe zwischen zwei Mitarbeitern des 46 Jahre alten Sängers aufgelistet.

Nach der Aussage eines Bankfilialleiters löste Jacksons Berater Marc Schaffel im selben Zeitraum zwei Schecks im Wert von insgesamt 1,5 Millionen Dollar von einem Konto ein, zu dem allein er und Jackson Zugang hatten.

Laut Anklage waren Jackson und seine Mitarbeiter nach Veröffentlichung des Dokumentarfilms derart in Panik, dass sie den Jungen und seine Familie gegen ihren Willen auf Jacksons Ranch festhielten, bis sie sich zu einer Gegendarstellung bereit erklärten. Nach Auffassung des Gerichtsexperten Jim Moret reichen die vorgebrachten Argumente der Anklage jedoch nicht aus: "Die Tatsache, dass es eine Menge Aktivitäten gab, allein spricht noch nicht für eine Verschwörung", betonte der Gerichtsbeobachter.

Jackson ist angeklagt, zwischen Februar und März 2003 den damals 13-jährigen krebskranken Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell missbraucht zu haben. Außerdem soll er den Jungen und seine Familie auf seiner Ranch gegen deren Willen festgehalten und geplant haben, sie zu entführen. Im Falle einer Verurteilung drohen dem einstigen "King of Pop" bis zu 20 Jahre Haft. Der 46-jährige Sänger bestreitet alle Vorwürfe. Am Dienstag will die Anklage ihre Beweisaufnahme abschließen.

(afp)
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