Italien: Sea-Watch rettet trotz Blockade-Drohung von Salvini 65 Migranten

Trotz Drohnung von Salvini : Sea-Watch rettet 65 Migranten im Mittelmeer

Die Seenotretter von Sea-Watch haben 65 Migranten vor der libyschen Küste gerettet. Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini hatte der Organisation erst am Wochenende mit einer erneuten Blockade von Rettungsschiffen im Mittelmeer gedroht.

Trotz Warnung des italienischen Innenministers hat die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch 65 Migranten im Mittelmeer vor der libyschen Küste gerettet. Die Behörden in Malta, Italien, Libyen und den Niederlanden seien darüber informiert worden, erklärte die Organisation am Mittwoch. Die Menschen – darunter 13 Kinder und Jugendliche und zwei Babys – seien auf einem Schlauchboot unterwegs gewesen. Die privaten Seenotretter hätten 30 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt eingegriffen.

Bei der Abfahrt des Schiffs „Sea-Watch 3“ am Wochenende im französischen Marseille hatte Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini der Organisation bereits mit einer Blockade gedroht. Am Mittwoch warnte er die NGO offiziell, sich italienischen Gewässern zu nähern, und beschuldigte sie, die Migranten in libyschen Gewässern aufgenommen zu haben. „Unsere Häfen sind und bleiben geschlossen“, erklärte Salvini.

Der Chef der rechten Lega verbietet seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr NGOs, mit ihren Schiffen in Italien anzulegen. Seitdem sind immer wieder Schiffe auf dem Meer blockiert gewesen oder bei ihrer Ankunft in Italien vorübergehend festgesetzt worden.

(lhen/dpa)
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