Verbindung zwischen Festland und Sizilien Italien – längste Hängebrücke der Welt soll gebaut werden

Rom · Italien plant mit dem Bau einer Brücke von Kalabrien zur Insel Sizilien laut Vize-Regierungschef Matteo Salvini „das größte öffentliche Bauwerk auf dem europäischen Kontinent in diesem Jahrhundert“.

Auch die Rheinkniebrücke in Düsseldorf ist eine Schrägseilbrücke, wie die derzeit in Italien geplante Brücke. Das Bauwerk soll das italienische Festland mit Sizilien verbinden.

Auch die Rheinkniebrücke in Düsseldorf ist eine Schrägseilbrücke, wie die derzeit in Italien geplante Brücke. Das Bauwerk soll das italienische Festland mit Sizilien verbinden.

Foto: Andreas Krebs / Jana Bauch

Matteo Salvini behauptete, die Brücke sei „der Traum von Millionen von Italienern seit Jahrhunderten“. Jüngst hatte die Regierung in Rom beschlossen, nach Jahren des Hin und Her einen neuen Versuch zu starten, eine Brücke vom Festland aus nach Sizilien zu bauen. Bislang kann man die Meerenge von Messina – ganz an der Spitze des italienischen Stiefels – nur mit Fähren überqueren.

So teuer wird die längste Hängebrücke der Welt in Italien

Die neue Brücke soll 3666 Meter lang und 60 Meter breit werden. Die beiden Brückenpfeiler, auf denen die Fahrbahnen für Autos und Züge über Schrägseile hängen, werden 399 Meter hoch, wie der Plan vorsieht. Mit einer Länge von etwa 3,2 Kilometern wäre die Brücke laut Ansa eine der längsten Schrägseilbrücken der Welt.
Nach der Fertigstellung könnten rund 6000 Autos pro Stunde und täglich 200 Züge über die Brücke fahren. Die Planer gehen von rund 11 Millionen Menschen aus, die jedes Jahr die Brücke nutzen. Rom erhofft sich darüber hinaus von dem Mega-Projekt insgesamt 100.000 Arbeitsplätze. Die Kosten für die Brücke samt Zufahrtswege werden auf 10 Milliarden Euro geschätzt.

So sicher wird die längste Hängebrücke

Das Infrastrukturministerium gab zudem bekannt, dass die Brücke resistent sein werde gegen Erdbeben bis zu einer Stärke von 7,1 sowie Windgeschwindigkeiten bis zu 270 Kilometern pro Stunde. Experten hatten zuletzt vor den Gefahren der Naturgewalten in jener seismisch aktiven Region gewarnt.

Das sagen die Kritiker

Kritiker der neuen Pläne warfen der Regierung laut Nachrichtenagentur Ansa „Ressourcenverschwendung“ vor. Umweltschützer lehnen die Pläne demnach wegen „extrem hoher ökologischer und finanzieller Kosten“ ab.

Das sagt Silvio Berlusconi dazu

Staatspräsident Sergio Mattarella hatte ein Regierungsdekret bereits gegengezeichnet, nun muss das Parlament dieses noch in ein Gesetz umwandeln. In den zwei Kammern hat die Rechtskoalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine Mehrheit. Der Chef der konservativen Forza-Italia-Partei und Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi sprach von einem „wichtigen Versprechen für die Italiener.“ Die Verbindung werde die Wirtschaft des Südens ankurbeln. „Diesmal werden sie uns nicht aufhalten“, sagte er laut Mitteilung und erinnerte an die Pläne seiner Regierung Anfang der 2000er Jahre.

Baubeginn und voraussichtliche Fertigstellung

Bisher erreicht man Sizilien vom Festland aus nur auf dem Luftweg oder mit einer Fähre. Mehrere italienische Regierungen diskutierten in der Vergangenheit das Projekt einer Brücke über die Straße von Messina, der Meerenge zwischen der süditalienischen Region Kalabrien und Sizilien. Die Pläne für die längste Hängebrücke der Welt befinden sich jetzt auf der Zielgeraden: Laut Außenminister Antonio Tajani soll mit dem Bau bereits 2024 begonnen werden. Vize-Regierungschef Matteo Salvini rechnet mit der Fertigstellung Anfang der 2030er Jahre.

(mit dpa)
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