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Italien kämpft weiter gegen Waldbrände im Süden - und Unwetter im Norden

Mehr als 800 Brände : Italien kämpft weiter gegen Waldbrände im Süden - und Unwetter im Norden

In Italien haben Feuerwehrleute am Wochenende gegen mehr als 800 Brände gekämpft. Während auf Sizilien in den vergangenen Tagen Temperaturen von 39 Grad gemessen wurden, erlebt der Norden des Landes derzeit schwere Gewitter.

Hunderte Feuerwehrleute haben am Sonntag auf Sizilien weiter gegen die verheerenden Waldbrände gekämpft. Etwas mehr als 800 Menschen seien im Einsatz, teilte die Feuerwehr am Vormittag mit. In den zurückliegenden zwölf Stunden seien die Helfer dort mehr als 230 Mal wegen Buschfeuern ausgerückt. Landesweit flogen Löschflugzeuge aus der nationalen Flotte Einsätze im Kampf gegen die Flammen. Neben einigen Provinzen in Sizilien visierten sie auch Ziele in Kalabrien an der italienischen Stiefelspitze und in der Adria-Region Apulien an.

Auf Sizilien brannte es zuletzt besonders um die Großstadt Catania - dort waren auch Ferienanlagen betroffen. Bürgermeister Salvatore Pogliese schrieb auf Facebook von „komplett zerstörten“ Bereichen im Süden der Stadt. Familien und Unternehmen seien von den Bränden betroffen gewesen. Auf Sizilien herrschten in den vergangenen Tagen Temperaturen um 40 Grad Celsius. Wegen Trockenheit, Hitze und starken Winden verbreiteten sich die Flammen rasch. Einige Feuer wurden auf Brandstiftung zurückgeführt.

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi unterschrieb am Sonntagvormittag ein Dekret, mit dem Sizilien weitere Unterstützung aus anderen italienischen Regionen bekommen soll. Der sizilianische Regionalpräsident Nello Musumeci hatte die Hilfe gefordert. Der Zivilschutzbehörde zufolge sollen Teams etwas aus Südtirol, der Lombardei, dem Piemont und Venetien entsendet werden.

Anders ist die Lage im Norden Italiens. Dort hatten heftige Regenfälle unter anderem in Südtirol für vollgelaufene Keller, Überschwemmungen und umgestürzte Bäume gesorgt. Im Sarntal nördlich von Bozen dokumentierte die Feuerwehr in einem Video Blitzeinschläge. Die Zivilschutzbehörde Italiens hatte zuvor eine Unwetterwarnung für den Norden verschickt. Besonders gefährdet waren demnach auch die Voralpenregionen im Norden der Lombardei und um den Comer See.

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti rechnete mit einem Schaden von mehreren Millionen Euro für die Landwirte in Norditalien. Bei den Unwettern habe Hagel Olivenbäume und Maisfelder beschädigt sowie den Obst- und Gemüseanbau beeinträchtigt.

(lha/dpa)