Mann stirbt nach Arbeitsunfall Arbeitgeber lässt Erntehelfer in Italien mit abgeschnittenem Arm allein zurück

Rom · Bei einem Arbeitsunfall mit einer landwirtschaftlichen Maschine verletzte sich ein indischer Erntehelfer in Italien so schwer, dass er später verstirbt. Hilfe bekommt er von seinem Arbeitgeber nicht. Die Arbeitsministerin spricht von einem „Akt der Barbarei“.

 Ein Auto der italienischen Polizei.

Ein Auto der italienischen Polizei.

Foto: dpa/Christoph Sator

Ein Arbeitgeber hat in Italien einen indischen Erntehelfer nach einem Arbeitsunfall mit abgeschnittenem Arm ohne Hilfe zurückgelassen. Der Landarbeiter sei seinen schweren Verletzungen erlegen, sagte Arbeitsministerin Marina Calderone am Mittwoch im Parlament in Rom. Die Ministerin verurteilte den Vorfall als „Akt der Barbarei“.

Der italienischen Landarbeitergewerkschaft zufolge war der Arbeiter beim Heuschneiden in eine Maschine geraten. Dabei habe er einen Arm verloren und mehrere Knochenbrüche erlitten. Statt erste Hilfe zu leisten und einen Krankenwagen zu rufen, habe das Unternehmen den Verletzten „wie einen Sack Müll nahe seiner Wohnung abgeladen“.

Ein Polizeisprecher im Ort Latina südöstlich von Rom sagte AFP, Freunde des Inders hätten nach dem Vorfall am Montag die Polizei und den Rettungsdienst verständigt. Der Arbeiter sei mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Rom gebracht worden, wo er am Mittwoch gestorben sei. Gegen den Arbeitgeber wird wegen unterlassener Hilfeleistung und fahrlässiger Tötung ermittelt.

(ckoe/AFP)