Israelische Armee zerstört Haus eines palästinensischen Attentäters

Reaktion auf Messer-Attacke: Israel zerstört Haus von palästinensischem Attentäter

Die Maßnahme ist umstritten, aber Israel hält daran fest: Das Militär hat das Haus eines palästinensischen Attentäters im nördlichen Westjordanland zerstört.

Der Mann habe im Juli drei Mitglieder einer Familie in einer israelischen Siedlung getötet, teilte eine Sprecherin der israelischen Armee am Mittwoch mit. Der Attentäter wurde damals verletzt festgenommen. Sein Vater, seine Mutter, zwei Brüder und ein Onkel sitzen nach Angaben der israelischen Polizei im Gefängnis. Anwohner berichteten, die Armee sei im Morgengrauen angerückt, um mit den Abrissarbeiten zu beginnen.

Die Tat ereignete sich inmitten des Konflikts um den Tempelberg in Jerusalem, der Mitte Juli wieder eskaliert war. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu forderte die Todesstrafe für den Angreifer. Auch die Eltern und drei Brüder des 19-Jährigen wurden nach Angaben von Anwohnern in den vergangenen Wochen in Gewahrsam genommen.

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Die Zerstörung der Häuser mutmaßlicher, verurteilter oder auch getöteter Terroristen ist völkerrechtlich umstritten. Menschenrechtsorganisationen lehnen die Maßnahme als Kriegsverbrechen und Kollektivbestrafung der Angehörigen ab. Kritiker warnen außerdem, dass der Abriss der Häuser weitere Gewaltakte auslösen könnten. Israel rechtfertigt die Strafe hingegen als wichtige Abschreckung. In den Häusern leben in der Regel die Familien der Attentäter, die durch die Zerstörung häufig obdachlos werden.

(wer/AFP/dpa/ap)