IS soll Attentäter vom Anschlag auf Jakarta finanziert haben

Anschlag in Indonesien: IS soll Attentäter von Jakarta finanziert haben

Die für den Anschlag von Jakarta verantwortlichen Extremisten ist nach Angaben der Polizei von der Terrormiliz Islamischer Staat finanziert worden. Zudem hat die Polizei drei Verdächtige festgenommen.

Gefördert worden sei die Gruppe vom Indonesier Bahrun Naim, der 2011 wegen illegalen Waffenbesitzes ein Jahr im Gefängnis gesessen habe, bevor er in Syrien für den IS gekämpft habe, sagte Polizeichef Badrodin Haiti am Freitag.

Drei nach dem Terroranschlag in Indonesien festgenommene Verdächtige sollen dagegen nach Polizeiangaben nichts mit der Tat zu tun haben. Gegen die Verdächtigen würde wegen Erpressung ermittelt, aber es gebe keine Anhaltspunkte, die sie mit den Attentätern vom Donnerstag in Verbindung brächten, teilte ein Polizeisprecher laut Nachrichtenagentur dpa am Freitag mit.

Ungeachtet dessen fahnde die Polizei im ganzen Land mit Hochdruck nach mutmaßlichen Terroristen. "Wir haben die Sicherheitsvorkehrungen an Regierungsgebäuden, Botschaften und Einkaufszentren verschärft", sagte der Sprecher der nationalen Polizei, Anton Charliyan.

Fünf Männer griffen ein Starbucks-Café und eine Polizeiwache mit selbst gebauten Bomben, Waffen und Sprengstoffwesten an. Zwei Zivilisten — ein Indonesier und ein Kanadier — kamen um, 20 weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein Deutscher. Alle Angreifer wurden bei einem Feuergefecht mit der Polizei getötet.

Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu dem Anschlag. Der Sprecher der Bundespolizei gab am Freitag Details zur der Bluttat bekannt, die das IS-Bekenntnis untermauerten. Bei einem der Angreifer von Jakarta sei eine schwarze Flagge der Extremistengruppe gefunden worden, sagte Anton Charliyan. Zudem gehe die Polizei davon aus, die Identität der Attentäter ermittelt zu haben. Zwei der Männer seien schon früher wegen Terrorvorwürfen überführt und verurteilt worden.

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Zuvor hatte Jakartas Polizeichef Tito Karnavian mitgeteilt, die mutmaßlichen Angreifer hätten Kontakte zum IS und seien Teil einer Gruppe um Bahrum Naim, einem indonesischen Extremisten, der sich derzeit in Syrien aufhalte.

Dwiyono, Polizeichef der bei Jakarta gelegenen Region Depok, hatte MetroTV später gesagt, in dem Vorort seien im Morgengrauen drei Männer in ihren Häusern festgesetzt worden, die womöglich in den Anschlag verwickelt seien. Auf Bildern des Fernsehsenders war zu sehen, wie die Verdächtigen in Handschallen von Beamten abgeführt wurden.

Am Freitag war die Atmosphäre am Schauplatz des Anschlags gespannt: Die Gegend rund um das attackierte Starbucks-Café blieb großräumig abgesperrt, die Polizeipräsenz war hoch. Etliche Menschen legten als Zeichen der Solidarität Blumen und Botschaften nieder.

Es war der erste große Anschlag in Jakarta seit 2009, als bei Angriffen auf zwei Hotels sieben Menschen getötet worden waren. Das überwiegend von Muslimen bewohnte Indonesien wurde bereits im Dezember vor einem bevorstehenden Terrorangriff gewarnt.

Am Silvesterabend wurden rund 150 000 Polizisten und Soldaten entsandt, um Kirchen, Flughäfen und andere öffentliche Orte zu sichern. Mehr als 9000 Polizisten wurden zudem auf Bali aufgeboten, wo sich 2002 die bislang folgenschwerste Terrorattacke in dem Land mit 202 Toten ereignete.

(das/ap/dpa)
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