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500.000 Dollar Kaution gezahlt: Iran lässt US-Bürgerin nach über einem Jahr frei

500.000 Dollar Kaution gezahlt : Iran lässt US-Bürgerin nach über einem Jahr frei

Teheran (RPO). Die Amerikanerin Sarah Shourd ist nach Zahlung einer Kaution wieder frei. Seit Ende Juli 2009 war sie in einem iranischen gefängnis inhaftiert. Das iranische Staatsfernsehen gab die Freilassung am Dienstag in einer Eilmeldung bekannt. Ihr wurde Spionage vorgeworfen.

Nach über einem Jahr in iranischer Haft ist die Amerikanerin gegen eine Kaution von 500.000 Dollar (rund 390.000 Euro) aus dem Gefängnis entlassen worden. Von dort werde sie in den Oman reisen, wo ihre Mutter bereits auf sie warte, meldete die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA. Zwei gemeinsam mit Shourd festgenommenen Männer, Shane Bauer und Josh Fattal, bleiben nach Angaben des Justizministeriums dagegen zwei weitere Monate in Untersuchungshaft.

Die Fälle der beiden 28-jährigen Männer würden dem Revolutionsgericht überantwortet, sagte der oberste Staatsanwalt Abbas Jafari Dowlatabadi. Es gebe "momentan keine Gespräche über eine Freilassung der beiden". Die Gruppe war am 31. Juli 2009 in den Bergen nahe der Grenze zum Irak festgenommen worden. Ihnen wurde Spionage vorgeworfen. Nach Darstellung ihrer Angehörigen befanden sie sich auf einer Wandertour durch die relativ sicheren Berge im kurdischen Norden des Irak. Die Grenze hätten sie höchstens aus Versehen überquert.

Eigentlich sollte die US-Bürgerin auf Betreiben des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad in einem Gnadenakt zum Ende des Fastenmonats Ramadan schon am vergangenen Samstag freikommen. Die Staatsanwaltschaft hatte das aber kurzfristig verhindert und erklärt, diese Entscheidung müsse von der Justiz geprüft werden. Alle drei Amerikaner seien noch immer Verdächtige, und es gebe genug Beweise für eine Anklage wegen Spionage, hieß es am Sonntag. Shourd, Bauer und Fattal seien "nicht zum Vergnügen in den Irak und den Iran gekommen".

Herkunft der Kaution unklar

Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls am Sonntag die Höhe der Kaution bekannt gegeben. Die Verwandten Shourds hatten erklärt, sie könnten die verlangte Summe nicht zahlen und die US-Regierung wollte ebenfalls nicht dafür aufkommen. Darüber hinaus war unklar, wie das Geld gezahlt werden könnte, ohne die internationalen Sanktionen zu verletzen. Staatsanwalt Dowlatabadi erklärte, die Kaution sei bei einer iranischen Bank im Oman eingezahlt worden. Woher das Geld stammte, war zunächst nicht bekannt.

Shourd ist nach Angaben ihrer Mutter gesundheitlich angeschlagen. Ihr wurde demnach die Behandlung ernster gesundheitlicher Probleme verweigert, darunter eine Geschwulst in der Brust und präkanzeröse Zellen in der Gebärmutter.

(AP/bs)