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Irak: Mehr als 50 Tote bei Brand auf Corona-Station im Krankenhaus

Corona-Isolierstation : Mehr als 50 Tote bei Brand in einem Krankenhaus im Irak

Bei einem Brand in einem Krankenhaus im Süden des Irak sind mindestens 52 Menschen gestorben. Augenzeugen zufolge sind viele Menschen hineingelaufen, um zu helfen. Die Brandursache ist noch unklar.

Bei einem Brand in einem Krankenhaus in Nassirija im Süden des Irak sind mindestens 52 Menschen ums Leben gekommen. Die Suche nach möglichen weiteren Opfern dauere an, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörden, Haidar al-Samili, der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. 22 weitere Menschen wurden demnach verletzt.

 Das Imam al-Hussein-Krankenhaus lag in verkohltem Schutt, nachdem der Brand gelöscht wurde. Das Feuer brach ersten Erkenntnissen zufolge in einem Teil der Klinik aus, der in der Corona-Pandemie zur Isolierung von Covid-Patienten gebaut wurde. Darin war auf 600 Quadratmetern unter anderem Platz für bis zu 100 Betten. Der Sprecher der Gesundheitsbehörde der südlichen Provinz Dhi Qar, Ammar Baschar, sagte, in der Isolierstation hätten sich 63 an Covid-19 Erkrankte befunden. Das Gebäude sei mit entzündlichem Material gebaut worden, sagte der Leiter des irakischen Zivilschutzes, Kadhem Bohan, gegenüber irakischen Medien.

Zur Brandursache gibt es bislang widersprüchliche Angaben. Aus medizinischen Kreisen hörte die Nachrichtenagentur AP, die Brandursache sei ein Kurzschluss. Aus Gesundheitsbehördenkreisen verlautete, das Feuer sei bei der Explosion eines Sauerstoffzylinders ausgebrochen, eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Die örtlichen Behörden verhängten für den Regierungsbezirk Dhi Kar den Ausnahmezustand. Mehrere Ärzte wurden aus ihrem Urlaub einberufen, um bei der Behandlung von Verletzten zu helfen.

Als über dem Gebäude schwarzer Rauch aufgestiegen sei, seien Dutzende Menschen hineingelaufen, um den Menschen im Krankenhaus zu helfen, sagten Augenzeugen. Zivilschutzteams aus den umliegenden Provinzen seien zur Hilfe nach Nassirija gerufen worden und hätten es geschafft, das Feuer zu löschen, teilte der Leiter der Zivilschutzabteilung, Kadhem Bohan, in einer Erklärung mit.

Dutzende Demonstranten protestierten nach dem Brand vor dem Krankenhaus. "Die (politischen) Parteien haben uns verbrannt", skandierten sie. In den Online-Netzwerken forderten zahlreiche Nutzer den Rücktritt von ranghohen Politikern.

Ministerpräsident Mustafa al-Kasimi hielt eine Dringlichkeitssitzung mit mehreren Ministern und Sicherheitsbeamten ab, um die Ursachen für den Brand zu untersuchen, wie das Büro des Regierungschefs am Dienstagmorgen (Ortszeit) mitteilte. Einige der Minister und Beamte wurden in Nassirija erwartet. Die Leiter von Gesundheitsbehörde, Krankenhaus und dem Zivilschutz in der Provinz wurden von ihrem Dienst suspendiert. Al-Kasimi wies Provinzen in der Region auch an, medizinische Hilfe nach Dhi Kar zu schicken.

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Erst im April hatte es in der irakischen Hauptstadt Bagdad einen verheerenden Brand in einer Corona-Klinik gegeben, bei dem 82 Menschen starben und 110 weitere verletzt wurden. Der damalige Gesundheitsminister Hassan al-Tamimi trat als Reaktion auf die Brandkatastrophe, als deren Ursache falsch gelagerte Sauerstoffflaschen angegeben wurden, zurück.

Im Irak wurden bisher rund 1,4 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Impfungen kommen dort nur langsam voran. Der Statistik-Website Our World in Data zufolge haben weniger als zwei Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten.

(peng/dpa/AFP)