Aschewolke in West-Sumatra Elf Wanderer nach Vulkanausbruch in Indonesien tot aufgefunden

Padang · Der Vulkan auf der Insel Sumatra bricht aus und überrascht eine Gruppe von Bergsteigern. Am Montag rumort der Marapi weiter und die Suche nach weiteren Vermissten muss unterbrochen werden.

Vulkan Marapi Indonesien: Bilder vom Vulkanausbruch auf Sumatra
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Vulkan Marapi - Verheerender Ausbruch in Indonesien

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Foto: dpa/Ardhy Fernando

Bei einer heftigen Eruption des indonesischen Vulkans Marapi sind mindestens elf Bergsteiger ums Leben gekommen. Mindestens zwölf weitere galten am Montag noch als vermisst. Die Einsatzkräfte mussten die Suche nach ihnen unterbrechen, weil der Marapi am Montag wieder Asche 800 Meter hoch in die Luft spuckte, wie Abdul Malik, der Leiter des Such- und Rettungsdiensts der Provinz Westsumatra, mitteilte.

Rund 75 Alpinisten hatten am Wochenende versucht, den fast 2900 Meter hohen Vulkan zu erklimmen. Als dieser am Sonntag heiße Asche spuckte, konnten sie nicht mehr weiter. 52 wurden gerettet, drei von ihnen am Montag vor der weiteren Eruption. Acht der Bergsteiger seien mit Brandverletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, eine Person habe zudem Knochenbrüche erlitten, sagte Hari Agustian, ein Sprecher des lokalen Such- und Rettungsdiensts in Padang, der Hauptstadt von Westsumatra.

Bei der Suche nach den Vermissten seien dann elf Leichen gefunden worden, ergänzte Behördenchef Malik. Die Suche nach den zwölf weiteren Vermissten werde fortgesetzt, sobald die Lage am Vulkan es zulasse.

Dass es auch wirklich nur zwölf Vermisste waren, war aber nicht gesichert. Die rund 75 Bergsteiger hatten sich vor ihrer Besteigung bei zwei Kommandoposten oder online bei der Naturschutzbehörde von West-Sumatra registriert, wie Agustian erklärte. Es sei aber möglich, dass andere illegale Wege genommen hätten oder Anwohner in dem Gebiet unterwegs gewesen seien.

Herabfallende Asche überzog mehrere Dörfer und ließ kaum noch Sonnenlicht durch. Die Behörden verteilten Masken und forderten die Bewohner auf, Brillen zu tragen, um sich vor der Vulkanasche zu schützen. Etwa 1400 Menschen leben an den Hängen des Marapi in Rubai und Gobah Cumantiang, den nächstgelegenen Dörfern etwa fünf bis sechs Kilometer vom Gipfel entfernt.

Unter der aktuell hohen Warnstufe - der Kategorie 3 von 4 - hätte niemand den Marapi bis zum Gipfel besteigen dürfen, sagte Hendra Gunawan, Leiter des Zentrums für Vulkanologie und Geologischen Katastrophenschutz. Oft missachteten Bergsteiger aber solche Regeln.

 Beim Ausbruch des Vulkans Marapi bei Bukiti Tinggi in der indonesischen Provinz West-Sumatra stieg eine hohe Aschewolke in den Himmel.

Beim Ausbruch des Vulkans Marapi bei Bukiti Tinggi in der indonesischen Provinz West-Sumatra stieg eine hohe Aschewolke in den Himmel.

Foto: dpa/Sijori Images

Laut Gunawan geschehen die Eruptionen des Marapi oft sehr plötzlich und sind nur schwer vorherzusagen. Er ist einer von mehr als 120 aktiven Vulkanen in Indonesien. Auf der Insel Java gibt es einen fast gleichnamigen Vulkan: Er heißt Merapi.

(albo/juju/AFP/dpa)
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