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Indonesien: Piloten melden vor Flugzeugabsturz keine Probleme

Indonesien : Piloten der abgestürzten Maschine meldeten keine Probleme

Zwei Tage nach dem Absturz einer indonesischen Passagiermaschine vor der Küste Jakartas rätseln die Behörden weiter über die Unglücksursache. Eines aber ist jetzt klar: Die Piloten haben vor dem verschwinden vom Radar per Funk keine Probleme gemeldet.

In den aufgezeichneten Gesprächen der Piloten mit der Flugsicherung habe nichts auf technische Probleme oder eine plötzliche Notlage hingedeutet, sagte der Ermittler Nurcahyo Utomo am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Es höre sich wie der übliche Routineaustausch an.

Die Boeing 737-500 der indonesischen Fluggesellschaft Sriwijaya Air war am Samstag mit 62 Menschen an Bord nur vier Minuten nach dem Start vom Radar verschwunden. Am Sonntag wurden Teile des Wracks sowie Signale der beiden Flugschreiber im Meer geortet, Taucher versuchen diese nun zu bergen.

Von dem Stimmenrekorder mit den aufgezeichneten Cockpit-Gesprächen und dem Flugdatenschreiber erhoffen sich die Behörden Aufschluss über den Absturzhergang. Nach den Worten von Ermittler Utomo legen die bisherigen, vorläufigen Daten nahe, dass die Maschine "höchstwahrscheinlich" intakt war, als sie auf dem Wasser aufschlug.

Der Flug von Jakarta nach Pontianak auf der Insel Borneo war nur halb ausgebucht, unter den 50 Passagieren befanden sich auch zehn Kinder. Am Montagabend gelang es den Behörden, ein erstes Opfer zu identifizieren. Dabei handelt es sich um einen 29-jährigen Flugbegleiter namens Okky Bisma.

Der 54-jährige Flugkapitän war ein ehemaliger Luftwaffenpilot und hatte örtlichen Medienberichten zufolge jahrzehntelange Flugerfahrung. In seiner Heimatgemeinde besaß der dreifache Familienvater und strenggläubige Muslim hohes Ansehen.

Luftfahrtexperten zufolge zeigen die Daten von Websites zur Flugverfolgung, dass die Boeing stark von ihrem Kurs abwich, bevor sie in einen steilen Sturzflug ging. Als mögliche Gründe für den Absturz sehen sie den zu dem Zeitpunkt herrschenden heftigen Regen, Fehler des Piloten oder eine technische Fehlfunktion an.

"Etwas ziemlich Dramatisches ist nach dem Start passiert", sagte etwa der Experte Stephen Wright von der finnischen Universität Tampere. Die Fluggeschwindigkeit war nach seinen Angaben "viel zu niedrig", die Maschine habe nicht auf die für einen Dauerflug benötigte Geschwindigkeit beschleunigt.

Die Unglücksmaschine war 26 Jahre alt und zuvor Teil der Flugzeugflotte von Continental Airlines und United Airlines in den USA. Derart alte Maschinen benötigten zusätzliche Inspektionen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten, sagte der Experte Michael Daniel, ein ehemaliger Vertreter der US-Luftfahrtbehörde FAA, der inzwischen als Berater arbeitet.

(felt/AFP)