Bereits 22 Todesopfer Kaum noch Hoffnung für Vermisste auf Vulkan Marapi

Update | Jakarta · Für die auf dem Vulkan Marapi vermissten Bergsteiger gibt es kaum noch Hoffnung. Und die Zahl der Opfer steigt weiter. Auch für die Einsatzteams ist die Arbeit gefährlich, denn der indonesische Feuerberg brodelt.

Vulkan Marapi Indonesien: Bilder vom Vulkanausbruch auf Sumatra
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Vulkan Marapi - Verheerender Ausbruch in Indonesien

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Foto: dpa/Ardhy Fernando

Die Zahl der Todesopfer nach dem plötzlichen Ausbruch des Vulkans Marapi auf der Insel Sumatra ist auf 22 gestiegen. Am Dienstagnachmittag seien neun weitere tote Bergsteiger gefunden worden, sagte der Chef der örtlichen Rettungsdienste, Abdul Malik, im Sender Kompas TV. Damit wird nur noch ein Wanderer vermisst. Die Bergungsarbeiten sind mühsam und gefährlich, denn der Feuerberg - so auch die wörtliche Übersetzung des Wortes Marapi - kommt weiterhin nicht zur Ruhe.

Allein seit dem Morgen seien fünf weitere Ausbrüche verzeichnet worden, hatte Malik zuvor der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Zusammen mit regnerischen Wetterbedingungen behinderte dies die Suche der Einsatzteams: Fallende Asche schränkte die Sicht ein. Auf Videos der indonesischen Nachrichtenagentur Antara war zu sehen, wie Retter in leuchtend orange-roten Schutzwesten mit Masken und Helmen das Geröll auf den Hängen unterhalb des Kraters durchkämmt hatten.

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Foto: dpa/Osvaldo Cantero

Regen aus Asche und Geröll

Die Teams hatten sich vor allem auf ein felsiges Gebiet konzentriert, in dem viele der Bergsteiger gecampt haben sollen. Malik hatte aber schon klar gemacht, dass es kaum noch Hoffnung gab, Überlebende zu finden. „Seit gestern Abend hat es unaufhörlich geregnet, was die Wege rutschig macht und das Evakuierungsteam behindert.“ Wegen der Niederschläge war es auch kaum möglich, Suchdrohnen einzusetzen.

Der knapp 3000 Meter hohe Marapi - nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen Vulkan Merapi auf der Insel Java - war am frühen Sonntagnachmittag (Ortszeit) ausgebrochen und hatte eine rund drei Kilometer hohe Wolke aus Asche und Geröll in den Himmel geschleudert. In vielen Regionen rund um den Vulkan ging ein Ascheregen nieder. Die Toten wiesen Berichten zufolge zumeist schwere Verbrennungen auf. Einige Überlebende hatten nach eigenen Angaben hinter Felsen Schutz gesucht, als Asche und Geröll vom Himmel fielen.

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Foto: Dennis Oswald

Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, im Freien Schutzmasken, Hüte und Brillen zu tragen, um sich vor Asche und vulkanischen Gesteinsteilen zu schützen. Seit Sonntag haben Experten Dutzende weitere, kleinere Ausbrüche verzeichnet. Die Aktivität des Vulkans hat nach Angaben des Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr (PVMBG) seit Januar zugenommen. Dann war der Marapi aber scheinbar wieder zur Ruhe gekommen - bis Sonntag.

Die meisten getöteten Wanderer sollen Berichten zufolge höher geklettert sein, als offiziell erlaubt war. Die Behörden hatten empfohlen, den Krater in einem Radius von drei Kilometern zu meiden. „Niemand sollte sich dem Krater nähern“, zitierten lokale Medien PVMBG-Chef Hendra Gunawan. „Eine Eruption kann jederzeit passieren. Das ist das Problem.“

Der Marapi ist einer der aktivsten Vulkane auf Sumatra. Die sechstgrößte Insel der Erde gilt als tropisches Naturparadies mit Regenwäldern, Vulkanen und Korallenriffen. In den Dschungeln leben Orang-Utans und Elefanten. Immer wieder kommt es jedoch zu Naturkatastrophen.

In Indonesien sind Vulkanausbrüche und Erdbeben keine Seltenheit. Der weltgrößte Inselstaat liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring. Dabei handelt es sich um eine hufeisenförmige Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans, in der etwa die Hälfte aller aktiven Vulkane liegt. Allein in Indonesien gibt es etwa 130 aktive Feuerberge.

(felt/mka/dpa)
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