Indisches Gericht verhängt erstmals Todesstrafe wegen Vergewaltigung

Urteil in Indien : Gericht verhängt erstmals Todesstrafe wegen Vergewaltigung

Das große gesellschaftliche Problem der Vergewaltigungen in Indien ist nun von einem Gericht mit aller Härte angegangen worden: Erstmals wurde wegen mehrfacher Vergewaltigung die Todesstrafe verhängt.

Das zuständige Gericht in Mumbai sah es am Freitag als erwiesen an, dass die drei Angeklagten im Juli und August vergangenen Jahres eine Telefonistin und eine Fotografin missbraucht hatten. Nach mehreren Aufsehen erregenden Vergewaltigungsfällen in Indien war das Strafrecht massiv verschärft worden. Bei Vergewaltigung können Wiederholungstäter nun zum Tode verurteilt werden, diese neue Regel wandten die Richter in Mumbai an.

"Es darf keinerlei Toleranz für solche Verbrechen geben", sagte Richterin Shalini Phansalkar Joshi bei der Urteilsverkündung. "Es muss eine laute und klare Botschaft an die Gesellschaft gesandt werden." Die drei Angeklagten hatten im Juli vergangenen Jahres eine 18-jährige Telefonistin vergewaltigt, einen Monat später vergingen sie sich an einer 22-jährigen Fotografin.

Die Männer hatten die Fotografin und einen Kollegen im August in einem verfallenen Fabrikgebäude angegriffen, als diese Aufnahmen für eine Fotoreportage machen wollten. Die Angreifer schlugen und fesselten den Begleiter, dann quälten sie die junge Frau und vergingen sich an ihr. Sie musste für mehrere Tage ins Krankenhaus.

Erst das Schicksal der Fotografin bewog die Telefonistin, sich ebenfalls zu melden. Sie war demnach im Juli auf demselben Gelände überfallen worden. Wie sich herausstellte, waren drei ihrer vier Peiniger an der Gruppenvergewaltigung der Fotografin einen Monat später beteiligt.

Die Taten hatte damals die Bewohner der vergleichsweise sicheren Wirtschaftsmetropole geschockt und die Debatte über Gewalt gegen Frauen in Indien erneut angefacht. Ursprünglicher Auslöser für die Empörung in Indien war die brutale Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi im Dezember 2012. Die junge Frau war an ihren schweren Verletzungen gestorben.

(AFP)
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