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Indien: Vier Vergewaltiger sollen am 22 Januar hingerichtet werden - Gruppenvergewaltigung vor sieben Jahren

Gruppenvergewaltigung vor sieben Jahren : Vier Vergewaltiger sollen am 22 Januar hingerichtet werden

Vor gut sieben Jahren sorgte eine Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Indien weltweit für Empörung. Jetzt sollen vier Täter mit dem Tod bestraft werden. Das Urteil soll am 22. Januar vollstreckt werden.

Richter Satish Kumar ordnete am Dienstag die Vollstreckung der Todesurteile für den 22. Januar um 7 Uhr (2 Uhr MESZ) an. Den vier verurteilten Männern bleibt noch ein letzter Einspruchsversuch, außerdem könnten sie Staatschef Ram Nath Kovind um ihre Begnadigung bitten.

Die 23-jährige Studentin Jyoti Singh war im Dezember 2012 in der indischen Hauptstadt überfallen worden, als sie mit dem Bus fuhr. Fünf Männer und ein Jugendlicher vergewaltigten die junge Frau und verwendeten dafür unter anderem eine Metallstange. 13 Tage später starb Singh an ihren schweren inneren Verletzungen. Zuvor war sie jedoch noch in der Lage gewesen, ihre Angreifer zu identifizieren.

Nach einem siebenmonatigen Prozess wurden vier der Vergewaltiger wegen Mordes, Gruppenvergewaltigung, Diebstahls, Verschwörung und "unnatürlicher Taten" zum Tode verurteilt. Der Richter machte geltend, die tödliche Gruppenvergewaltigung falle in die "seltenste der seltenen Kategorien" von Verbrechen, die die Verhängung der Todesstrafe rechtfertigten.

Ursprünglich saßen alle sechs an der Tat beteiligten Männer in Haft. Der mutmaßliche Anführer der Gruppe wurde jedoch tot in seiner Gefängniszelle gefunden, er soll Suizid begangen haben. Der beteiligte 17-Jährige wurde zu drei Jahren in einer Haftanstalt verurteilt und bereits 2015 wieder freigelassen.

Die Tat hatte im In- und Ausland für Entsetzen gesorgt. In ganz Indien demonstrierten zehntausende Menschen gegen sexuelle Gewalt. Die Regierung reagierte mit einer Verschärfung der Strafen für sexuelle Übergriffe, unter dem Druck der Öffentlichkeit führte sie die Todesstrafe für bestimmte Vergewaltigungsfälle ein.

(felt/AFP)