Indien: Indischer Bischof tritt nach Missbrauchsvorwurf zurück

Mutmaßliches Opfer ist Nonne: Indischer Bischof tritt nach Missbrauchsvorwurf zurück

Einem katholischen Bischof in Indien wird vorgeworfen, eine Nonne vergewaltigt zu haben. Der Bischof der Diözese Jalandhar im nordindischen Punjab legt sein Amt nieder, bestreitet aber die Tat.

Die 44 Jahre alte Frau wirft dem Bischof vor, sie ab 2014 zwei Jahre lang immer wieder missbraucht zu haben. Dies geht aus einem Polizeibericht aus dem südindischen Bundesstaat Kerala hervor. Die Nonne stammt aus der Region. Der Beschuldigte wies in einem Brief die Vorwürfe zurück und erklärte, das Opfer wolle eine Affäre mit einem anderen Mann vertuschen. Er warte nun auf das Ergebnis der Untersuchungen, fügte er hinzu.

Nonnen und Frauenrechtsaktivistinnen forderten seine Festnahme. Am Montag soll der Bischof von der Polizei vernommen werden. Indische Medien berichteten, der Vatikan sei über den Fall informiert worden. In den vergangenen Monaten hatten mehrere Missbrauchsskandale auch die Kirche in Indien erschüttert. Nur etwa 2,3 Prozent der 1,3 Milliarden Inder sind Christen. Mehr als 70 Prozent von ihnen sind Katholiken.

(wer/dpa)
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