Maßnahme in Tarifkonflikt mit den Kommunen: In Dänemark dürfen die Lehrer nicht zur Schule

Maßnahme in Tarifkonflikt mit den Kommunen : In Dänemark dürfen die Lehrer nicht zur Schule

Es ist der erste Schultag in Dänemark nach den Osterferien – eigentlich. Denn auch ab diesem Dienstag wird in dem Land nicht unterrichtet. Die Lehrer dürfen nicht zur Schule. Der Grund ist ein Tarifkonflikt mit den Kommunen. Und das hat auch massive Auswirkungen für alle Schüler.

Es ist der erste Schultag in Dänemark nach den Osterferien — eigentlich. Denn auch ab diesem Dienstag wird in dem Land nicht unterrichtet. Die Lehrer dürfen nicht zur Schule. Der Grund ist ein Tarifkonflikt mit den Kommunen. Und das hat auch massive Auswirkungen für alle Schüler.

Der Tarifkonflikt brodelt in Dänemark schon seit Wochen. Die öffentlichen Arbeitgeber, also die Kommunen, wollen erzwingen, dass die Lehrer längere und auch flexiblere Arbeitszeiten haben. Die wehren sich aber dagegen. Und so kommt es seit diesem Dienstag an den Volksschulen des Landes zum Ausstand.

Die Lehrer werden vom Unterricht ausgesperrt, wie es im offiziellen Jargon heißt. Aber das hat auch auf die Schüler massive Auswirkungen. Denn ohne die 52.000 Lehrer an den Volksschulen fällt der Unterricht von Klasse 1 bis 9 aus, 566.000 Schüler haben verlängerte Osterferien.

Das Problem der Kinder-Betreuung

Und das dürfte so manche Familie in diesen Tagen in Schwierigkeiten bringen, schließlich müssen die Kinder irgendwie betreut werden. Wie der "Nordschleswiger", eine deutsche Tageszeitung in Dänemark, berichtet, wird eine solche Betreuung an manchen Schulen angeboten. Andere lassen unterrichten — durch verbeamtete Lehrer.

Die Vorsitzende des Vereins "Schule und Eltern", Mette With Hagensen, fordert in der Zeitung, dass Eltern, die ihre Kinder ohne Probleme betreuen können, auch andere Kinder für die Zeit des Ausstandes aufzunehmen. "Als Eltern können wir den Unterricht nicht übernehmen", sagt sie. "Aber wir können durchaus etwas mit den Kindern unternehmen.

Zumal laut der Zeitung nicht anzunehmen ist, dass der Konflikt bald geschlichtet ist. Zu verhärtet sind die Fronten, wie auch der Arbeitsmarkt-Experte Flemming Ibsen dem "Nordschleswiger sagte. Er rechnet damit, dass die Regierung nach zwei Wochen über das Parlament eingreifen muss.

Noch will die Politik nicht eingreifen

Derzeit aber will die Politik sich noch nicht einmischen, auch wenn der Streik vor allem die Eltern vor einige Probleme stellt. Der Konflikt sei gewiss unangenehm für Eltern und Kinder, "aber jetzt muss der Konflikt nach den Regeln des dänischen Arbeitsmarktes erst einmal laufen", zitiert der "Nordschleswiger" aus einem TV-Interview mit dem Finanzminister Bjarne Corydon.

Schon nach der gescheiterten Schlichtung zwischen den Tarifparteien sagte er demnach, dass dies ärgerlich sei. Allerdings sei der nun entstande Konflikt unumgänglich, um die bestmöglichen Ausbildungsverhältnisse zu schaffen.

mit Agenturmaterial

(das)